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Verschiedene Ursachen

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Bild zum Thema Psychiatrie, Süchte, Verschiedene Ursachen

(photocase.com © dariadf)

Verschiedene Ursachen: Höchst unterschiedlich

Für alle Betroffenen und für jede Art von Sucht gilt: Bei den Ursachen spielt die Kombination von Erbfaktoren, Persönlich-
keitsstrukturen und psycho-sozialem Umfeld eine große Rolle.

Genauer heißt das:

  • Eine Reihe psycho-sozialer Bedingungen wird für die Entscheidung eines Menschen verantwortlich gemacht, mehr oder weniger regelmäßig Alkohol oder andere Substanzen zu konsumieren
    (Initiierung).
  • Andere, eher neurobiologische Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass ein immer exzessiver werdendes Konsumverhalten trotz aufkommender gesundheitlicher oder sozialer Probleme beibehalten wird (Aufrechterhaltung)
  • und schließlich nicht mehr steuerbar ist (Kontrollverlust).

Besonders wichtig für das Verständnis von Sucht sind aus psychia-
trischer Sicht die häufigen Zusatzdiagnosen. So tritt eine Sucht oft gemeinsam mit anderen psychischen Störungen – zum Beispiel Ängsten, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen – oder körperlichen Erkrankungen auf. Beziehungen und Umfeld, in denen jemand süchtig wird, sind höchst unterschiedlich. Dennoch ist Armut und Sucht ebenso Thema wie Bildung und Sucht. Eines ist allen Suchtkranken gemeinsam: Sie geben Schritt für Schritt das Heft für ihr Leben aus der Hand.

„Missbrauch und Abhängigkeit von Suchtmitteln aller Art haben sich auf extrem hohem Niveau eingependelt“, so Rolf Hüllinghorst, Geschäfts-
führer der DHS. Hüllinghorst nennt es „Besorgnis erregend, dass die Fakten, die für Abhängigkeit, Missbrauch, Einschränkung der Gesundheit, familiäre Probleme, Gewalt und Benachteiligung von Kindern stehen, weder zur Kenntnis genommen werden noch zu Reaktionen führen.“1

Kinder und Sucht

Ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung süchtigen Verhaltens bei Kindern sind Eltern, die Drogenkonsum als Form der Lebens- und Krisenbewältigung vorleben. Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren, die ihre Eltern schätzen und sich bei ihnen wohl fühlen, sind weniger anfällig für Zigaretten, Alkohol, weiche und harte Drogen. Es gibt Studien, die zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die eine schlechtere Meinung von ihren Eltern haben und das Elternhaus als Stress erleben.2

Es sind sechs Eigenschaften der Eltern, die den Unterschied ausmachen:3

 

  1. Kinder fühlen sich von Mutter und Vater wirklich verstanden.
  2. Kinder schätzen Mutter und Vater als fähige Ratgeber für ihr Leben ein.
  3. Kinder finden, dass Mutter und Vater aufmerksam ihre Schulzeit begleiten.
  4. Kinder erleben gemeinsame Freizeitaktivitäten mit ihren Eltern.
  5. Kinder empfinden das Klima in der Familie kooperativ und harmonisch.
  6. Kinder fühlen sich als Person von Mutter und Vater wirklich geachtet.

 

Etwa jedes vierte Kind in Deutschland schreibt seinen Eltern solche günstigen Eigenschaften zu, sowohl dem Vater als auch der Mutter. Jedes vierte Kind urteilt, das die Eltern zu wenig von diesen Eigenschaften zeigen. Dabei zählt allein die Qualität der persönlichen Beziehung – aus Sicht der Kinder wohlgemerkt, nicht aus Sicht der Eltern.

Äußere Merkmale der Familien oder Kinder spielen, entgegen einer verbreiteten Meinung, keine oder nur eine kleine Rolle für sicheres Aufwachsen.

„Glückskinder“ und „Stresskinder“ finden sich gleich oft in neuen und alten Bundesländern, unter Söhnen und Töchtern, unter deutschen und ausländischen Familien, bei Hauptschülern und Gymnasiasten, bei erfolglosen und erfolgreichen Schülern, unter Einzelkindern und unter Kindern mit Geschwistern. Allerdings sprechen die Kinder und Jugendlichen, die mit beiden biologischen Eltern zu Hause leben, ihren Müttern und Vätern die günstigen Eigenschaften etwas häufiger zu.

 

____________________

1 Jahrbuch Sucht 2006. Pressekonferenz der DHS, Deutsche
  Hauptstelle für Suchtfragen e.V., 11.01.2006, Berlin

2 Siegener Zentrum für Kindheits- und Jugendforschung,
  Universität Siegen/Deutsche Forschungsgemeinschaft
  Bonn/Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln:
  Kommunikationsstudie, 1993 – 2000, zwei Repräsentativ-
  befragungen mit rund 1500 Kindern zwischen 10 und 15 Jahren
  und deren Eltern in Deutschland bzw. in größeren Städten.

3 Ebda.

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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