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Behandlung und Rehabilitation

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Behandlung und Rehabilitation: Kein Patentrezept

Wir leben in einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen ständig ändern. Es gibt zahlreiche differenzierte Behandlungs- und Rehabilitationsangebote für Abhängige. Ein Patentrezept gibt es nicht. Nur viele kleine Schritte führen zum Ziel.

Suchtbehandlung versucht, die bio-psycho-sozialen Grundlagen von Sucht zu ergründen und zu bearbeiten. Vor dem Hintergrund, dass Suchtkranke keine homogene Gruppe von Menschen sind, hat sich in Deutschland ein hochwertiges Hilfssystem entwickelt. Mehr noch: Das Spektrum der verschiedenen Suchttherapien hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Der „Qualifizierte Entzug“ ist zu einem zentralen Behandlungselement geworden. Es handelt sich hierbei um mehr als um ein in Fachkreisen häufig gebrauchtes Schlagwort. Es gibt Leitlinien und Rahmenbedingungen, Zielgruppen, Inhalte und Methoden.

Nicht nur in diesem Zusammenhang sind weit gefächerte Kompetenzen erforderlich, generell kommen medizinische, psychologische und sozial-
therapeutische Methoden zum Einsatz. Dies wiederum erfordert unter-
schiedliche Akteure, seien es spezialisierte Ärzte, Psychologen, Psycho-
therapeuten, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Sporttherapeuten.

Der Ansatz für die Behandlung von Abhängigkeit ist vom gesetzlichen Auftrag her auf die Wiederherstellung und Sicherung der Erwerbs-
fähigkeit und damit auch auf das psychische und soziale Wohlbefinden gerichtet. Abstinenz ist für viele die einzige Möglichkeit, ein geregeltes und stabiles Leben zu führen. Die soziale Dimension ist dabei wegen der gravierenden Auswirkungen einer Abhängigkeit besonders stark ausgeprägt: Soziale und berufliche Ausgrenzung können als Ursache und Wirkung die Krankheit und Behandlung sowie deren Erfolg beeinflussen.

Weit aufgefächertes Versorgungssystem

Um die einzelnen Prozesse auf dem langen Weg in die (dauerhafte) Abstinenz effektiv zu beeinflussen, hat sich das Versorgungssystem zwischen Selbsthilfe und hoch spezialisierter stationärer Behandlung, zwischen Pharmako- und Psychotherapie, zwischen abstinenz-
orientierten und konsumkontrollierenden Behandlungsansätzen weit aufgefächert. Und für etliche Untergruppen von Suchtkranken sind spezifische Verfahren entwickelt worden. Darüber hinaus bestehen Angebote für abhängige Paare, geschlechtsspezifische Angebote (z.B. Risikosprechstunden für drogenabhängige Schwangere), Angebote für die Behandlung von Eltern mit Kindern, Angebote für ältere Patienten, Rollstuhlfahrer etc. Sehr wichtig sind auch Selbsthilfegruppen.

Dennoch nutzt ein großer Teil nie die spezifischen Angebote. Die überwiegende Mehrheit der Patienten wird nach wie vor in der Allgemeinmedizin im Sinne einer körperlichen und psychischen Grundbetreuung versorgt und gelangt nicht in spezielle Suchtberatung oder -behandlung.

 

Quellen:

Jahrbuch Sucht 2006 vorgestellt. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) legt Besorgnis erregende Zahlen vor. Pressemeldung, 11.01.2006

Suchtforschung auf neuen Wegen. Bundesministerium für Bildung und Forschung und Bildung (BMBF), Bonn/Berlin 2004

2. Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin, München, 2001

Krausz, M.: Sucht – Möglichkeiten differenzieller Intervention. Psychiatrie auf der Schwelle zum nächsten Jahrtausend, Workshop Hamburg 1999

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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