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Süchte

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Bild zum Thema Psychiatrie, Süchte

(photocase.com © sam7)

Süchte: Rausch als Lebenserfahrung

Sucht heißt in Deutschland: Missbrauch und Abhängigkeit von Tabak, Alkohol und Medikamenten. Und das in jedem Alter.

Einfach mal dem Alltag entfliehen, gute Gefühle erzeugen, schlechte abschalten: Der hastige Griff zum künstlichen Glücksbringer ist nicht selten der Einstieg in die Sucht. Illegale Drogen wie Heroin und Kokain spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle, Sucht heißt in Deutschland: Missbrauch und Abhängigkeit von Tabak, Alkohol und Medikamenten. Und das in allen Altersstufen.

Kinder, Jugendliche, Erwachsene – fast alle haben Erfahrungen mit Suchtstoffen und Rauschmitteln oder auch mit süchtigen Verhaltens-
weisen. Rund 95 Prozent der 18- bis 59-Jährigen trinken Alkohol, gut ein Drittel dieser Altersgruppe raucht, etwa die Hälfte hat 2005 ein Medika-
ment mit Suchtpotenzial eingenommen und fünf bis sechs Prozent der 18- bis 59-Jährigen haben illegale Drogen konsumiert.1 Wie viele Frauen und Männer im Alter ab 60 Jahren betroffen sind, weiß niemand genau. „Sicher ist aber“, so Dr. Raphael Gaßmann, stellvertretender Geschäfts-
führer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), „dass Alkohol, Tabak und psychoaktive Medikamente ein gravierendes Problem auch beziehungsweise gerade unter älteren und alten Menschen sind.“2

Die negativen Konsequenzen des Konsums legaler Suchtmittel werden am deutlichsten bei der Zahl der vorzeitigen Todesfälle. In jedem Jahr sterben etwa 140.000 Menschen, weil sie rauchen. Hinzu kommen über 73.000 vorzeitige Tode durchs Trinken, in der Regel kombiniert mit Tabak. Dagegen lag die Zahl der Toten durch Kokain und Co. 2004 bei 1.385 und ging 2005 noch weiter zurück.

Ähnlich wie bei den Todesfällen ist das Verhältnis bei den Zahlen zur Abhängigkeit: 5,8 Millionen Menschen sind – vorsichtig geschätzt – abhängig vom Tabak, sie rauchen täglich mehr als 20 Zigaretten. 1,7 Millionen sind abhängig von Alkohol und 1,2 Millionen von Medikamenten. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer harter Drogen gibt die DHS mit rund 150.000 an. Bei den Konsumenten von Ecstasy und anderen Partydrogen soll es mehr als 500.000 geben.

Informationen im Internet:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) > bzga.de

Dachverband Gemeindepsychiatrie > psychiatrie.de

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde > dgppn.de

Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren e.V. > dhs.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention > suizidprophylaxe.de

Fachverband Sucht e.V. > sucht.de

 

_____________________

1 Jahrbuch Sucht 2006. Pressekonferenz der DHS, Deutsche
   Hauptstelle für Suchtfragen e.V., 11.01.2006, Berlin

2 Unabhängig im Alter – Suchtprobleme sind lösbar.
   Pressekonferenz der DHS, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
   e.V., 24.01.2006, Berlin

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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