
Wege aus der Depression
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(photocase.com © crashed)
„Was mache ich mit einem Menschen, der nicht mehr weiß, ob er leben will? Wie helfe ich ihm dabei, weiterzumachen – diesen Moment zu überwinden?“
„Für mich ist Therapie Schwerstarbeit. Ich rede nicht nur mit dem Klienten, sondern die ganze Zeit auch mit mir“, so der renommierte amerikanische Psychologieprofessor Donald H. Meichenbaum.1 “Wo sollten wir anfangen? Wie kann ich am besten helfen? Wie viele Geschichten kann ein Therapeut verkraften? Was mache ich mit einem Menschen, der nicht mehr weiß, ob er leben will? Wie helfe ich ihm dabei, weiterzumachen – diesen Moment zu überwinden?“ Und, nach einer kurzen Pause: „Die beste Strategie ist die, dem Klienten die Kraft zu geben, die er braucht, um selbst Lösungsansätze zu entwickeln.“
Dazu braucht es mehr als Medikamente, wenngleich eine kompetente antidepressive Therapie immer eine sinnvolle Kombination von modernen Medikamenten und moderner Psychotherapie bedeutet. Grundlage jeder Behandlung ist das verständnisvolle, stützende ärztliche Gespräch. Die Möglichkeiten psychotherapeutischer Behandlungen sind vielfältig und haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.2 Beispiele sind die Kognitive Therapie, Verhaltenstherapien, Sport, Kunst- und Ergotherapie (Beschäftigungstherapie).
Warum Sport gegen Depression hilft, konnte der amerikanische Psychiater Ronald Duman mit Kollegen an der Yale Universität 2007 schon mal bei Nagetieren nachweisen: Als Reaktion auf körperliche Bewegung fährt das Gehirn die Aktivität von 33 Genen im Hippocampus herauf - einer Region, die zum Limbischen System gehört und bei einer Depression verändert ist. Vor allem das sogenannte VGF-Gen sorgt demnach für mehr Antrieb, indem es ein Protein produziert, das wie ein natürliches Antidepressivum wirkt.3
Bei manchen Patienten – vor allem bei schwer depressiven und schwierig zu behandelnden – besteht die Möglichkeit, bestimmte Hirnareale mit rasch pulsierenden Magnetfeldern (Transkranielle Magnetstimulation, TMS), mit an die Schläfen angelegten Elektroden oder mit Elektrodenimplantaten zu stimulieren.
Kongress DGPPN Aachen 2000; Berlin 2006
ZNS-Spektrum, 1/2000
Damasio, A.: XI Weltkongress für Psychiatrie, Hamburg 1999
Gaebel, W.: ebda.
Kompetenznetz Depression, Pressinformationen
Psychiatrie auf der Schwelle zum nächsten Jahrtausend, Workshop 1999
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1 Meichenbaum, D. H.: Weltkongress für Psychotherapie, „Evolution
of Psychotherapy“, Hamburg, 1994
2 Hoffmann N.; Schauenburg H. (Hrsg): Psychotherapie der
Depression. Thieme Verlag, Stuttgart, 2. überarb. Aufl., 2007
3 Duman R. et al: Nature Medicine, Online-Vorabveröffentlichung,
DOI: 10.1038/nm1669; ddp/wissenschaft.de 03.12.2007
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Um eine Depression zu verstehen, müssen die engen Verflechtungen von Genen, Körper, Kopf, Lebens-
erfahrungen, Lebensbedingungen und Lebensgeschichte entwirrt werden.
Mit Depression werden fundamentale Veränderungen im Verhalten, im Erleben und in der Vitalität ohne oder mit manischen Symptomen bezeichnet.
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