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Prävention

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Bild zum Thema Psychiatrie, Demenzen, Prävention

(photocase.com © fastbeat)

Prävention: Aktiv leben

Wer sich zeitlebens gesund ernährt, viel bewegt, geistig und sozial aktiv ist, hat gute Chancen, auch im Alter mental fit zu bleiben.

Da die Zahl der älteren Menschen in den nächsten Jahrzehnten steigen wird, wird voraussichtlich auch die Zahl der Erkrankten zunehmen, jedenfalls sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Viele, gerade ältere Menschen, haben Angst selbst zu erkranken und fragen bei den Alzheimer Gesellschaften an: „Gibt es eine Vorbeugung gegen die Alzheimer-Krankheit? Was kann ich tun, um nicht zu erkranken?"

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bat deshalb die früher an der TU München und seit einigen Jahren in Perth (Australien) lehrende Psychiaterin Nicola T. Lautenschlager um einem Beitrag zur Prävention auf dem Stand der heute gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

„Eine gezielte Vorbeugung durch bestimmte Medikamente ist heute noch nicht möglich. Dazu sind die Ursachen immer noch nicht genau genug bekannt“, schreibt Lautenschlager in der Zeitschrift Alzheimer Info (3/2006).1 Vitaminpillen und Fischölkapseln ergeben ebenfalls keine Hinweise auf einen Nutzen zur Demenz-Prävention.

Allerdings gibt es vielfältige Möglichkeiten der unspezifischen Vor-
beugung, die das Gehirn widerstandsfähiger gegen den Krankheits-
prozess machen sollen. Als mögliche Schutzfaktoren nennt Dr. Lautenschläger körperliche und geistige Aktivitäten sowie eine bedarfsgerechte Ernährung:

Körperliche Aktivität

Mehrere Studien haben gezeigt, dass ausgiebige Bewegung bei älteren Menschen mit einer um bis zu 50 Prozent verringerten Häufigkeit von geistigen Leistungseinschränkungen verbunden ist.

Geistige Aktivitäten

wie Gedächtnistraining, Lesen, Schreiben, Musizieren, Singen halten das Gehirn länger fit. Das konnte eine Untersuchung an 500 über 75-Jährigen zeigen.

Ernährung

Auch von einer abwechslungsreichen, mediterranen Ernährung kann eine vorbeugende Wirkung ausgehen. Die Vitamine C und E (aus der Nahrung), Vitamin B (inklusive Folsäure) und Omega-3-Fettsäuren (in Fisch enthalten) scheinen mit einem verringerten Demenzrisiko verknüpft zu sein. Belegt ist, dass ein Typ-2-Diabetes das Demenzrisiko erhöht.

Der bisher einzige Schutzfaktor, der in einer kontrollierten wissen-
schaftlichen Studie nachgewiesen wurde, gilt nur für Menschen mit Hochdruck: Durch zu hohen Blutdruck ausgelöste Schädigungen der Gefäße können nicht nur selbst die Ursache für eine vaskuläre (gefäß-
bedingte) Demenz
sein, sondern auch die Entstehung der Alzheimer-
Krankheit
beschleunigen. Wird der Blutdruck effektiv therapiert, besteht offenbar kein gesteigertes Erkrankungsrisiko mehr. In einer europäischen Studie konnte gezeigt werden, dass sich damit die Zahl der demenziellen Neuerkrankungen in dieser Gruppe um die Hälfte senken ließ.2

„Hinsichtlich der Prävention von Demenzerkrankungen gibt es viele Fragen, die wissenschaftlich noch nicht befriedigend beantwortet sind“, so Lautenschlager. „Das sollte uns jedoch nicht daran hindern, geistig, körperlich und sozial möglichst aktiv zu sein und uns gesund zu ernähren.“

Es sollte uns ebenfalls nicht daran hindern, genügend und vor allem tief zu schlafen: Verkürzte Tiefschlafphasen sind ein weiterer Grund für die nachlassenden mentalen Fähigkeiten im Alter. Diesen Schluss lässt eine neue Studie der Arbeitsgruppe von Jutta Backhaus vom Universitäts-
klinikum Schleswig-Holstein zu, die auf dem im Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin im September 2007 vorgestellt wurde.3

 

_____________________

1 Das Gehirn durch Aktivität und gesunde Ernährung schützen.
  Pressemitteilung, Deutsche Alzheimer Gesellschaft 07.09.2006

2 Forette F., Seux M. L. , Staessen J. A. et al.: Prevention of dementia
  in randomised double-blind placebo-controlled Systolic
  Hypertension in Europe (SYST-EUR) trial. Lancet 1998;
  352: 1347-51

3 Schlechter Schlaf verursacht Demenz: Medical Tribune
   Deutschland, Ausgabe 36/2007, S. 0

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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