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Früherkennung

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Früherkennung: Typische Signale

Sind es bereits Anzeichen einer Demenz, wenn man sich Telefonnummern nicht mehr so gut merken kann? Wenn man Menschen begegnet und deren Namen einem nicht einfallen wollen? Oder wenn ein einst liebevoller Zeitgenosse zum ewig nörgelnden Grantler wird?

Es ist wichtig, sich rasch Klarheit zu verschaffen. Es gibt typische Signale für eine beginnende Demenz-Erkrankung. Die Initiative Altern In Würde im Deutschen Grünen Kreuz hat eine Checkliste zusammengestellt, die erste Hinweise geben kann. Treten gleich mehrere Signale auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Checkliste zur Früherkennung

Die Beantwortung der folgenden Fragen kann Ihnen erste Hinweise geben. Suchen Sie bei einem Verdacht einen Arzt/eine Ärztin auf.

  1. Hat sich das alltägliche Verhalten Ihres Angehörigen verändert? Ist er z. B. mehr in sich gekehrt, traurig oder depressiv? Weigert er/sie sich, das Haus zu verlassen?
  2. Hat Ihr Angehöriger Probleme, mit Neuerungen in seiner Umgebung zurechtzukommen? Lebt er mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart?
  3. Macht er/sie einen unsicheren Eindruck? Verliert er/sie leicht die Orientierung, z.B. bei einem Spaziergang?
  4. Vergisst er/sie häufiger Geburtstage und andere wichtige Termine?
  5. Leidet der Angehörige unter Schlafstörungen?
  6. Reagiert er/sie übertrieben ängstlich? Misstraut er/sie seiner Umwelt?
  7. Hört Ihr Angehöriger Stimmen und bedrohliche Geräusche?
  8. Erkennt er/sie sich im Spiegel selbst nicht mehr?
  9. Ist Ihr Angehöriger ständig unruhig, wandert planlos umher?
  10. Reagiert er/sie öfter ohne ersichtlichen Grund gereizt, beschimpft er/sie die Betreuer, wird er eventuell aggressiv und greift andere tätlich an?

 

Eine Demenz wird immer noch viel zu spät erkannt. Meist geschieht dies erst, wenn die Veränderungen nicht mehr zu verleugnen sind. Noch gibt es kein Heilmittel gegen Demenzen. Rechtzeitig erkannt, kann die Krank-
heit jedoch behandelt und damit ihr Verlauf zumindest verzögert werden.

Für die Erkrankten und ihre pflegenden Angehörigen bedeutet dies nicht nur einen zeitlichen Gewinn, sondern auch mehr Lebensqualität. Und: Demenzformen, die beispielsweise durch Medikamente (bezogen aufs Alter heißt das: Einnahme von zu vielen Medikamenten mit zu wenig bekannten Wechselwirkungen), eine Unterversorgung mit Nährstoffen oder Schilddrüsenerkrankungen bedingt sind, lassen sich in ihren Auswirkungen auf ein Minimum reduzieren (bezogen auf Medikamente heißt das: Weniger ist mehr; ideal ist eine sinnvolle Kombination, die hohe fachliche Kompetenz erfordert). Das nützt nicht nur dem Patienten, sondern auch dem Pflegenden, weil es ihn entlastet und die Lebens-
qualität verbessert.

Der erste Weg sollte immer zum Hausarzt beziehungsweise Neurologen führen. Dieser kann mit einfachen Tests feststellen, ob die Sorge vor einer Demenz begründet ist. Hier ist oft die Initiative des Angehörigen gefordert, denn der Betroffene selbst schiebt meist Gründe für seine Veränderungen vor und weicht dem Arztbesuch aus.

 

Quellen:

Initiative Altern in Würde im Deutschen Grünen Kreuz (DGK)

Universität Witten/Herdecke: Demenzkrankheit. Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende, 2005

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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