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Formen der Demenz

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Formen der Demenz: Alzheimer und Vaskuläre Demenz

Experten unterscheiden im Wesentlichen zwei Demenzformen: die vom Typ Alzheimer und die Vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz.

Daneben, so heißt es im Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke, „gibt es weitere Erkrankungen, die mit demenzähnlichen Krankheitszeichen einhergehen. Bei diesen eher seltenen Erkrankungen wird das Gehirn zwar in ähnlichen Bereichen, jedoch aus anderen Gründen beeinträchtigt. Insgesamt sind bisher circa 50 Erkrankungen bekannt, die eine Demenz auslösen oder vortäuschen können."

Alzheimer Demenz oder Morbus Alzheimer

Am 8. April 1906 starb in Frankfurt am Main Auguste Deter an einer „eigenartigen“ Krankheit, die man damals nicht diagnostizieren konnte. Ihr Arzt, der Psychiater Alois Alzheimer, hatte die Befunde und Veränderungen im Zustand von Auguste Deter akribisch aufgezeichnet. Nach ihrem Tode entdeckte er bei der Untersuchung ihres Gehirns „hirsekorngroße Herdchen, welche durch Einlagerung eines eigenartigen Stoffes in die Hirnrinde bedingt sind.“ Die Krankheit sollte fortan seinen Namen tragen. Heute, hundert Jahre später, weiß man mehr.

Die Nervenzellen des Gehirns tauschen pausenlos Informationen aus. Das geschieht über elektrische Impulse, die durch die Nervenfasern wie durch Stromleitungen rasen. Um die Information von einer Nervenzelle zur nächsten weiterleiten zu können, muss der elektrische Impuls in einen chemischen Botenstoff umgewandelt werden. Das geschieht an den so genannten Synapsen, kleinen Ausbuchtungen am Ende einer Nerven-
faser. Im Gehirn gibt es eine ganze Reihe solcher Botenstoffe (der Fachbegriff lautet Neurotransmitter), die für unterschiedliche Aufgaben verantwortlich sind.

Erinnerungen gehen verloren

Beim Morbus Alzheimer sind vor allem jene Nervenzellen betroffen, die für die Produktion des Botenstoffs Acetylcholin zuständig sind, einer der wichtigsten Überträgersubstanzen in unserem zentralen Nervensystem. Acetylcholin ist maßgeblich verantwortlich für das Erinnern, Denken, Lernen und räumliche Orientieren. Aus noch nicht bekannten Gründen lagert sich außerhalb der Acetylcholin-produzierenden Nervenzellen ein fadenförmiges Eiweiß ab, das Amyloid oder Plaque genannt wird. Auch innerhalb der Zellen kommt es zu Veränderungen, die den regulären Stofftransport behindern. Folge dieser Veränderungen ist, dass immer mehr der Acetylcholin-produzierenden Nervenzellen absterben. Im Gehirn entsteht dadurch ein Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin, wodurch die eintreffenden neuen Sinneseindrücke nicht mehr richtig verarbeitet und mit dem bereits Gelernten nicht mehr sinnvoll verknüpft werden können. Der Prozess beginnt im Gehirn an Orten, die mit Gedächtnis und Informationsverarbeitung zu tun haben. Je größer das Ausmaß des Mangels wird, umso stärker macht sich die Demenz bemerkbar.

Zu Beginn der Erkrankung fallen nur leichte Gedächtnisstörungen, leichte Probleme mit der Sprache und bei der räumlichen Orientierung auf. Im weiteren Verlauf wird dann auch das Langzeitgedächtnis mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen, alte Erinnerungen gehen verloren. Selbst in vertrauter Umgebung wird der Patient unsicher und orientierungslos, sein Sprachverständnis schwindet. Die körperlichen Beschwerden nehmen zu, das Gehen fällt schwerer, die Gefahr von Stürzen wächst.

Weit mehr als die Hälfte aller Demenzpatienten leiden unter einem Morbus Alzheimer. Damit ist er die häufigste Form der Demenz und wohl auch deshalb in der Öffentlichkeit am bekanntesten.

Vaskuläre Demenz

Demenz kann auch die Folge von Durchblutungsstörungen sein. Bei der vaskulären Demenz kommt es durch viele kleine, zum Teil unbemerkte Schlaganfälle zu Ausfallerscheinungen, weil manche Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Das betrifft besonders jene Abschnitte, die für die Kontrolle der Sprache, Lernfähigkeit und des Gedächtnisses zuständig sind. Schlaganfälle entstehen, wie Herzinfarkte auch, durch eine langjährige Schädigung der Blutgefäße. Risikofaktoren für die Entstehung bzw. das Voranschreiten dieser Erkrankungen sind:

  • Bluthochdruck
  • hohe Cholesterinwerte
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Bewegungsmangel

Bei den Sonderformen der Demenz wird das Gehirn unter anderem durch Alkohol, als Folge der Parkinson Krankheit, durch Ablagerung kleiner Eiweißteilchen oder durch Nervenzelltod in bestimmten Gehirnbereichen geschädigt.

 

Quellen:

Initiative Altern in Würde im Deutschen Grünen Kreuz (DGK)

Universität Witten/Herdecke: Demenzkrankheit. Leitlinie für Betroffene, Angehörige und Pflegende, 2005

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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