
Formen der Angst
| Diskutieren | Register |
Die folgende Einteilung orientiert sich an der aktuellen Internationalen Klassifikation von Krankheiten ICD-101 der Weltgesundheitsorganisation und dem amerikanischen Diagnosesystem für psychische Erkrankungen DSM-IV.2
Wer Orten und Situationen aus dem Weg geht, die Panikattacken auslösen, reagiert mit einer Agoraphobie. Unter dem Begriff wird eine Furcht vor einer Vielzahl öffentlicher Orte und Menschenansammlungen verstanden, zum Beispiel Geschäfte zu betreten, allein mit Bus, Bahn oder Flugzeug zu reisen.
Obwohl sie bereits sei 1980 ein eigenständiges Krankheitsbild ist, wird die soziale Phobie erst seit wenigen Jahren intensiv als zeittypisches Phänomen wahrgenommen: In einem wirtschaftlichen und gesell-
schaftlichen Klima, in dem Belastbarkeit, hohe Flexibilität und emotionale Kompetenz wichtiger denn je für private Beziehungen wie für Arbeitsatmosphären sind, finden Ängste einen guten Nährboden, so anspruchsvollen Anforderungen nicht gerecht zu werden.
Bienen, Schlangen, Vogelfedern… Es gibt nichts, was Menschen – vor allem Frauen – nicht dauerhaft und exzessiv in Panik versetzen kann. Anhaltende Ängste vor einem klar definierten Objekt oder einer bestimmten Situation sind sehr häufig.
Sie kommt plötzlich und unerwartet und geht mit Symptomen wie Herzrasen, Schweißausbrüchen, Benommenheits- und Erstickungs-
gefühlen einher, deren Wahrnehmung nicht selten in Todesangst gipfelt. Panikattacken finden meist in Verbindung mit anderen Angststörungen statt, zum Beispiel zu einer Agoraphobie. Häufig sind sie Folge einer Depression.
Diese Form der Angst äußert sich in der Sorge um alles und jeden. So könnte der Partner auf dem Weg zur Arbeit oder das Kind in der Schule einen Unfall erlitten haben. Oder es könnten schon bald finanzielle Einbußen drohen. Auf den ersten Blick mögen diese Befürchtungen nicht krankhaft erscheinen, sie beherrschen die Betroffenen jedoch Tage, Wochen, Monate lang und behindern ihr tägliches Leben.
Kennen Sie die Hollywood-Komödie Besser geht´s nicht mit Jack Nicholson? Sehr komisch, aber mit ernstem Hintergrund. Der Film hat eine sonst trickreich verborgene Erkrankung zumindest kurzfristig ins Licht der Öffentlichkeit geholt: Zwangsstörungen. Das ist eine extreme Steigerung von Handlungen und Gedanken (Hände waschen, Herd überprüfen, Haustür absperren…), die in viele Lebensbereiche hineinragen, sehr zeitraubend werden, mit großem Leidensdruck und oft auch körperlichen Beschwerden verbunden sind. Angst ist ein ständiger Begleiter. Sobald Zwangshandlungen oder -gedanken unterdrückt werden, verstärkt sich die Angst deutlich.
Naturkatastrophen, Unfälle, Krieg, Verbrechen, Vergewaltigung, Verluste (von Arbeitsplatz über Besitz bis zu einem oder mehrere Menschen durch Tod) … Es gibt unzählige Ursachen, die in akuten oder lang andauernden Belastungsreaktionen gipfeln können. Ein traumatisierendes Ereignis kann unmittelbar erlebt oder beobachtet werden. Auch professionelle Erst-
helfer werden auf Grund ihrer Tätigkeit häufig mit einem nachhaltigen Stressfaktor konfrontiert – mit dem Anblick und Ausmaß einer Katastrophe.
____________________
1 International Classification of Diseases, 2006
2 Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, DSM-IV;
DSM-IV-TR
Zurück zu "Ängste" | Nach oben
Zuletzt geändert: 20.10.2008
Die folgende Einteilung orientiert sich an der aktuellen Internationalen Klassifikation von Krankheiten ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation und dem amerikanischen Diagnosesystem für psychische Erkrankungen DSM-IV.
MehrDie Behandlungen sind je nach Angststörung unterschiedlich. Hier wurden in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt.
Mehr