
Ängste
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(photocase.com © idioteque)
Die vielen Gesichter der Angst zählen in den Statistiken der Weltgesundheitsorganisation zu den weltweit häufigsten Erkrankungen der Seele.
Wir leben in einem Zeitalter der Angst, heißt es. Darüber ließe sich intensiv diskutieren. Tatsächlich bewegt Angst unglaublich viele Menschen, und doch ist sie ein prinzipiell wichtiges, notwendiges, normales Gefühl – ein genialer Trick der Natur, der letztlich Überleben ermöglicht. So fürchten Kinder die Dunkelheit, Erwachsene Gewitter, im Alter wächst die Angst vor Krankheiten, Einsamkeit und Tod.
Zur Krankheit wird Angst erst, wenn sie unangemessen stark ist, zu oft und zu lange auftritt, mit Kontrollverlusten (z.B. Szene in der Öffentlichkeit) oder Zwangshandlungen (z.B. Waschzwang) verbunden ist, starkes Leid verursacht und dazu führt, dass man den Auslösern aus dem Weg geht. Unter dem Begriff Angststörungen werden heute verschiedene Ängste zusammengefasst, die dadurch charakterisiert sind, dass die Betroffenen exzessiv auf akute Gefahren und Bedrohungen reagieren, die gar nicht da sind.1 Die Reaktionen spielen sich auf vier Ebenen ab.
dargestellt am Beispiel der Agoraphobie und Panikstörung 2
Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Furcht, Resignation
„Ich bekomme einen Herzinfarkt“
„Ich falle in Ohnmacht“
„Ich mache vor anderen eine Szene“
„Ich verliere die Kontrolle“
Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Zittern, weiche Knie etc.
Flüchten, Hilfe suchen, Vermeiden, Medikamente nehmen
Am weitesten verbreitet sind Phobien: Ängste vor Hunden oder Spinnen, freien Plätzen oder engen Räumen, Menschen – ob mächtig oder nicht. Es gibt jedoch noch andere Formen der Angst. In den letzten Jahren haben Forschungserkenntnisse sowie eindeutige Diagnosekriterien dazu geführt, dass diese genauer unterteilt werden können.
Jede psychiatrisch-psychotherapeutische Klinik oder Fachabteilung und jeder niedergelassene ärztliche oder psychologische Psychotherapeut stehen als professionelle Ansprechpartner für die Behandlung von Angststörungen zur Verfügung. Im Internet:
DASH - Deutsche Angst-Selbsthilfe, Projekt der Angst-Hilfe e.V. München
Dachverband Gemeindepsychiatrie > psychiatrie.de
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde > dgppn.de
Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention > suizidprophylaxe.de
Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. > zwaenge.de
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1 Berger, M. et. al.: Angststörungen in Psychiatrie und
Psychotherapie, Urban und Fischer, 2000
2 Ebda.
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Die folgende Einteilung orientiert sich an der aktuellen Internationalen Klassifikation von Krankheiten ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation und dem amerikanischen Diagnosesystem für psychische Erkrankungen DSM-IV.
MehrDie Behandlungen sind je nach Angststörung unterschiedlich. Hier wurden in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt.
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