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Stressfalle: Zehn Signale

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Stressfalle: Vom Büro zum Sport zum Elternabend ins Kino

Zwar klagen viele über Erschöpfung, doch insgeheim denken die meisten: „Ein paar Tage Urlaub, und mir geht es wieder gut.“ Eine solche Verleugnung kann das Signal für einen drohenden Zusammenbruch sein.

Vom Büroschreibtisch ins Fitnessstudio, von dort schnell zum Elternabend und danach in die Spätvorstellung des Kinos? Das ist Freizeitstress pur. Der Druck des Jobs geht nahtlos über in ein selbst geschaffenes Zwangskorsett privater Termine, ohne Möglichkeit zum Durchatmen. Auf Dauer blockiert ein solcher Stress den Zugang zum Innersten. Es verzerren sich Wahrnehmungen und Bewertungen, Aufhörimpulse werden unterdrückt. Mit Binsenweisheiten wie „Weniger ist mehr“ geht man allenfalls ironisch um oder projiziert dadurch entstehende negative Gefühle in unbedeutende Randsituationen – und macht so „aus einer Mücke einen Elefanten“.

Schon immer haben Menschen Rituale entwickelt, um Stressgefühle kontrollieren zu können. Drei zeitgemäße Rituale sind nach Ansicht des Schweizer Psychiaters C. Buddeberg Coolness, Cleverness und Happiness: Coolness verhüllt und verdichtet Gefühle; Cleverness verleugnet Kränkungen; Happiness soll die Einsamkeit besiegen. Solche Strategien nützen letztlich wenig, wenn es schließlich in der einen oder anderen Form knallt.

Welche der folgenden zehn Signale1 kennen Sie aus früherer Erfahrung oder sind Ihnen aktuell vertraut?

  1. Ich kann schlecht einschlafen.
  2. Wenn ich einschlafe, kann ich nicht durchschlafen.
  3. Wenn ich mich am Tage über etwas aufgeregt habe, dann grüble ich noch lange darüber nach.
  4. In letzter Zeit kann ich mich über nichts mehr freuen.
  5. Meistens fühle ich mich müde und schwunglos.
  6. Manchmal muss ich so viele Dinge erledigen, dass ich -- wenn nur eine Kleinigkeit länger dauert --, nicht mehr weiß, wie ich das alles schaffen soll.
  7. Wenn ich abends nach Hause komme, kann ich mich zu nichts mehr aufraffen und hänge nur noch vor dem Fernseher.
  8. Manchmal bin ich so erschöpft, dass ich das Gefühl habe, mir tut alles weh.
  9. Manchmal komme ich vor lauter Zeitdruck nicht dazu durchzuatmen.
  10. In letzter Zeit habe ich gar keine Zeit mehr für meine Hobbys.

 

TIPP: Gestehen Sie sich die Erschöpfung durch Überforderung ein und sprechen Sie mit einem Menschen Ihres Vertrauens.

Die markierten Aussagen sind auch Aussagen von Depressiven.

 

____________________

1 Mind/Body Medicine Summer School, Fortbildung für Ärzte und
  Therapeuten, Essen, 2006: Neurobiologie der Stressreaktion

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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