
Atmen
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Wenn wir unter Stress stehen, leidet als erstes die Atmung: Sie wird flach und kurz.
„Alle Heilung geht durch den Atem“, glaubte Paracelsus, einer der berühmten Ärzte der Vergangenheit. Und nicht von ungefähr bedeuten die Worte LUFT und ATEM in vielen Sprachen auch Lebenskraft oder göttliche Energie. Das lateinische Wort SPIRITUS heißt Atem, Seele und Geist zugleich.
Damit wird ausgedrückt, dass Atmen über die reine Stoffwechselfunktion hinaus von großer Bedeutung ist. Richtiges Atemverhalten ist eine Quelle ganzheitlicher Gesundheit, gezielte Atemübungen wirken auf drei Ebenen: Die Lungenkapazität wird optimal ausgeschöpft, es entsteht eine gesunde Balance zwischen Ein- und Ausatmung (zwischen Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe), Muskelverkrampfungen lösen sich. Unterstützt wird dieser Prozess vom Zwerchfell, einem großen Muskel, der den Brust- und Bauchraum trennt und die Aktivität in beiden beeinflusst. Zwerchfellatmung ist eine tiefe Atmung mit 12 bis 14 Atemzügen pro Minute und unterstützt die bewusste Entspannung. Falsche Atmung trägt zur Entstehung von Krankheiten bei.
Die Schulung und Pflege des Atems sind vorbeugende Maßnahmen, die Sie mühelos in Ihren Alltag integrieren können. Beobachten Sie sich selbst: Setzen Sie die Bauchmuskeln und das Zwerchfell bei der Atmung ein? Wenn nicht, entleeren die Lungenbläschen nicht vollständig die verbrauchte Luft.
Die Lippenbremse ist die wichtigste Hilfe, um die Ausatmung zu verlängern. So können sich die Lungen ziemlich entleeren und bei der Einatmung mehr Sauerstoff aufnehmen: In entspannter Sitzposition oder auch während des Gehens/Walkens atmen Sie gegen die fast geschlossenen Lippen aus, ohne zu pressen. Hören Sie erst auf, wenn Sie das Gefühl haben, jetzt kommt nichts mehr. Das Ganze ist bis in die Unterschenkel spürbar, Ihr Gesicht wird rot. Jetzt tief durch die Nase einatmen, der Bauch wölbt sich vor. Das Zwerchfell gelangt so an seinen tiefsten Punkt, das gesamte Gefäßsystem füllt sich mit frischem Sauerstoff.
Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, der die Wirbelsäule abstützt oder legen Sie sich auf den Rücken, ohne ein Hohlkreuz zu bilden. Legen Sie eine Hand auf den Bauch und eine auf die Brust. Werden Sie sich zunächst Ihrer Atmung bewusst. Die Hand auf der Brust sollte sich nicht bewegen. Konzentrieren Sie sich auf die auf dem Bauch liegende Hand. Spüren Sie, wie sie sich beim Einatmen hebt und bei Ausatmen senkt. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Brustkorb ganz ruhig ist, legen Sie beide Hände unter dem Nabel auf den Bauch, die Fingerspitzen berühren sich. Atmen sie jetzt ruhig durch die Nase ein und nehmen Sie wahr, wie sich die Hände auseinander bewegen, während sich der Bauch ausdehnt und wölbt. Atmen Sie ruhig durch den Mund aus. Wenn der Bauchumfang wieder abnimmt, sollten sich die Fingerspitzen wieder treffen. Um Hyperventilation zu vermeiden, sollten Sie am Anfang länger aus- als einatmen: Zählen Sie beim Einatmen bis vier und beim Ausatmen bis sechs oder acht. Irgendwann sind Sie dann in der Lage, durch die Nase gleichmäßig ruhig ein- und auszuatmen.
Mit einem Luftbad am geöffneten Fenster morgens gleich nach dem Erwachen durchlüften Sie Ihre Lungen und laden Energie auf: entspannt hinstellen, Arme hängen lassen, bei geschlossenem Mund tief durch Nase einatmen, den Bauch vordrücken, ausatmen durch die Nase, Bauch einziehen. Wiederholen Sie diese Übung zehn- bis 20-mal.
TIPP: Herzhaftes Gähnen und kräftig das Gesicht „in alle Richtungen“ verziehen hat für Gesicht und Atmung ähnliche Wirkungen wie Recken und Strecken für den Körper. Es dient der Geschmeidigkeit der Muskeln.
TIPP: Ein Spaziergang mit integrierten Atemübungen sieht so aus: Immer zwei Schritte mehr aus- als einatmen.
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
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