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Arbeitsstress

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Arbeitsstress: Der populärste Stress

„Höher, schneller, weiter, besser“ lautet das Prinzip der Dienstleistungsgesellschaft. Trödler und Träumer brauchen eine dicke Haut, wenn sie ernst genommen werden wollen.

 

Bild zum Thema Prävention, Stress bewältigen, Arbeitsstress (photocase.com © nekousa)

 

 

Der „moderne Mensch“ verbringt 80 Prozent seiner (wachen) Zeit in der Arbeitswelt; sie ist ein wichtiges Fundament seiner Erfahrungen. Deshalb, sagt Richard Sennett, Professor für Soziologie, „ist die wichtigste Aufgabe unserer Zeit: die soziale Aufwertung der Arbeitswelt“. Ein hübsch klingendes Ziel, die Realität sieht meist anders aus. Internationale Studien bestätigen, dass gerade unter dem hohen ökonomischen Druck der heutigen Zeit

 

  • Arbeitsplatzunsicherheit,
  • hohe Anforderungen an Mobilität und Flexibilität,
  • Auflösung vertrauter Strukturen,
  • Über- und Unterforderung,
  • Über- und Unterinformation,
  • innerbetriebliche Konkurrenzkämpfe,
  • fehlende Unterstützung/Nichtanerkennung durch Kollegen,
  • offene und verdeckte Rivalität,
  • isolierte Arbeitsbedingungen,
  • unrealistische Zielsetzungen,
  • generelle Überarbeitung,
  • Mobbing,
  • mangelnde Führungskompetenz, autoritäres Verhalten, unzureichende Kooperation, unklare Instruktionen und Willkür seitens der Vorgesetzen

massiven Stress auslösen und für viele Betroffene einen seelischen Konflikt darstellen, der oft zu einem unbewussten Rückzug in Form einer depressiven oder anderen Störung führt. Der Preis ist hoch, der Weg in die existenzielle Frustration quasi programmiert - und die Zahl der Berufsunfähigkeitsfälle zwischen 1997 und 2004 um 70 Prozent gestiegen.1

Bei den Krankheitsgründen stehen Stress und Depressionen mittler-
weile direkt hinter den Herzerkrankungen. Nach Angaben der Welt-
gesundheitsorganisation WHO werden Depressionen bis zum Jahr 2020 weltweit die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit oder „verlorene Jahre“ sein, übertroffen nur von den Herz-Kreislauf-
erkrankungen.

Insbesondere Führungskräfte und die Top-Verdiener in der Finanzwelt geraten überdurchschnittlich häufig in die Stressfalle. Sie leiden unter Burnout oder Depression. Zudem sind im Rahmen von Angststörungen viele von Panikattacken und Versagensängsten betroffen. Ängste sind nach Depressionen und Alkoholmissbrauch die dritthäufigste psychische Störung bei Managern.

Der Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet nicht nur den Verlust von materieller Sicherheit, sondern in aller Regel auch eine erhebliche psychische Belastung. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, soziale Nichtanerkennung, ungeregelte Tagesabläufe sowie Kontakt-
verluste und Minderwertigkeitsgefühle können dabei eine Rolle spielen.

 

____________________

1 Gaebel, W.: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,
   Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Berlin, November
   2007

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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