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Grippe

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Bild zum Thema Prävention, Impfungen, Grippe

(photocase.com © wurly)

Grippe: Kommen Sie der Grippe zuvor

In den vergangenen Jahren hat die Grippewelle in Deutschland immer erst deutlich nach der Jahreswende begonnen. Mit einer Impfung im Oktober, November oder auch im Dezember bleibt daher genügend Zeit für die schützende Spritze.

„Die Grippe hat mich erwischt!“ Hoffentlich nicht, kann man da nur sagen, wenn vielen Mitmenschen mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder die Schnupfenviren zusetzen und sie darunter leiden, was landläufig Erkältung heißt. Verbirgt sich hinter dem akuten Atemwegsinfekt jedoch wirklich eine Grippe bzw. Influenza, ist Vorsicht angesagt: Komplikationen sind nicht ausgeschlossen.

Influenzaviren – man unterscheidet die Typen A, B. und C – können im Gegensatz zu anderen Erregern von grippeähnlichen Infektionen zu schweren Erkrankungen und sogar zum Tod führen. Und das jedes Jahr aufs Neue, denn sie sind Verwandlungskünstler. Das gilt besonders für zwei Eiweiße in der Virushülle: für Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Beide bewirken, dass sich die Viren im Körper weiter verteilen können, um andere Zellen zu befallen. Viren vom Typ A kommen sowohl beim Menschen als auch bei Säugern (Schweine, Pferde) und in großer Vielfalt bei Vögeln vor, insbesondere bei Wasservögeln. Influenza-B-Viren treten nur beim Menschen auf. Influenza-C-Viren sind nur sporadisch verbreitet und führen zu milden Erkrankungen. Sie wurden bei Mensch und Schwein nachgewiesen.

Plötzlich erkrankt ein vorher gesunder Mensch schwer

Viren vom Typ A und B zeigen sich extrem trickreich, indem sie ihre Hüllen so verändern, dass das menschliche Immunsystem sie nicht erkennen und deshalb auch nicht bekämpfen kann. Folglich verursachen die regelmäßig zwischen Oktober und März zirkulierenden Viren mehr oder minder ausgedehnte Grippewellen. Der Ansteckungsweg ist simpel: Niesen, Sprechen und Küssen sind die Übertragungsklassiker. Nach erfolgreicher sogenannter Tröpfcheninfektion bohren sich die Viren durch den schützenden Schleim des Rachenraums, dringen in die Zellen ein, vermehren sich und zerstören sie. Der Angriff auf die Atemwege macht sich Stunden – maximal drei Tage – später bemerkbar. Plötzlich erkrankt ein vorher gesunder Mensch schwer. Typisch sind:

  • Schnell ansteigendes Fieber bis 41°C;
  • Schüttelfrost, starke Muskel-, Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen;
  • Starker, schmerzhafter Husten;
  • Schweres Krankheitsgefühl.

Die akute Phase dauert sechs bis zehn Tage an. Trotz Bettruhe und fiebersenkender Mittel fühlen sich danach jedoch viele noch wochenlang antriebslos. Wie sich die „echte“ Grippe von einer normalen Erkältung unterscheidet, zeigt folgende Übersicht:

Erkältung oder Grippe?

Symptome
InfluenzaGrippaler Infekt
Beginn der ErkrankungPlötzlich, rasche VerschlechterungLangsam, allmähliche Verschlechterung
FieberHohes Fieber bis 41°C, Schüttelfrost, SchweißausbrücheSelten, geringer Temperaturanstieg
Muskel- und GelenkschmerzenStark
Schlapp
Husten
Stark, trocken,oft schmerzhaftGering
KopfschmerzenStark, bohrendLeicht, dumpf
Abgeschlagenheit,
Lethargie
Schwer, zwei bis drei Wochen andauernde ErschöpfungGering
HalsschmerzenStark, SchluckbeschwerdenHalskratzen
Schnupfen
Gelegentlich
Häufig

Quelle: Roche Pharma Deutschland 

Komplikationen

Selbst wenn man nach einer durchgemachten Grippe das Gefühl hat, bis auf weiteres einfach nicht wieder auf die Beine zu kommen, so verläuft sie für ansonsten Gesunde folgenlos. Dagegen können für Risikogruppen die möglichen Folgen schwerwiegend sein. Bei Patienten mit chronischer Erkrankung und bei über 60-Jährigen kann es im Krankheitsverlauf zu Komplikationen kommen, die tödlich enden können. Der Grund: Auf der geschädigten Atemschleimhaut finden Erreger einer Bronchitis, Lungenentzündung, Mittelohr- oder Herzmuskel-/beutelentzündung einen idealen Nährboden für sogenannte bakterielle Super- oder Sekundär-
infektionen. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden gelegentlich Entzündungen der kleinen Bronchiolen, Pseudo-Krupp (entzündliche Schwellung im Kehlkopfbereich) und Fieberkrämpfe beobachtet.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) starben im Winter 2004/2005 in Deutschland etwa 20.000 Menschen an der Influenza.

Optimale Impfmonate sind Oktober und November

Wirksamen Schutz gegen eine Grippe bietet die Schutzimpfung. Als ideale Impfmonate werden seit Jahren der Oktober und November vom Robert Koch-Institut und vom Paul-Ehrlich-Institut empfohlen. „Geimpft werden sollten in diesen beiden Monaten vorrangig ältere Menschen, chronisch Kranke jeden Alters und medizinisches Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege – auch damit die von ihnen betreuten Patienten nicht mit Influenza angesteckt werden“, betont Reinhard Kurth, Präsident des RKI.

Der Impfstoff besteht aus hochgereinigten, abgetöteten Spaltprodukten von Influenzaviren. Eine Übersicht der zugelassenen Impfstoffe ist auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts (http://www.pei.de) verfügbar. Das Robert Koch-Institut (http://www.rki.de) veröffentlicht aktuelle Informationen jeweils im September.

Nach der Impfung benötigt das Immunsystem 14 Tage, um einen vollständigen Abwehrschutz aufzubauen, er beginnt frühestens nach einer Woche. Die Impfung soll in jährlichem Abstand mit dem aktuellen Impfstoff der Saison erfolgen. Hintergrund: Grippeviren verändern sich ständig, jedes Jahr können neue Virustypen entstehen.

Vor einer Reise

Außerdem erinnert die Ständige Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch-Institut in ihren Empfehlungen vom Juli 2006 daran, dass vor einer Reise Ältere oder chronisch Kranke eine Influenzaimpfung vornehmen lassen sollten. Auch bei regelmäßigem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln wird sie inzwischen empfohlen, wenngleich der Impfstoff nicht direkt vor Infektionen durch den Erreger der Vogelgrippe (H5N1) schützt. Allerdings kann er verhindern, dass durch gleichzeitige Infektion mit dem menschlichen Influenza- und dem Vogelgrippe-Virus eine gefährliche Mutation entsteht, die dann auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. „Das Risiko für eine Vogelgrippeinfektion ist in Deutschland sehr gering, sollte aber ernst genommen werden“, meint Reinhard Kurth. 

Therapie

Seit einigen Jahren gibt es Medikamente, die bei einer beginnenden Influenza die Virusvermehrung stoppen, die Symptome lindern, den Krankheitsverlauf mildern, die Krankheitsdauer um einige Tage verkürzen und mögliche Komplikationen weniger wahrscheinlich machen. Das klappt aber nur, wenn sie gleich nach Beginn der Symptome, spätestens nach 48 Stunden, eingesetzt werden. Die Medikamente gehören zur Gruppe der Neuraminidasehemmer und sie blockieren das Enzym Neuraminidase auf der Virusoberfläche. Es bewirkt, dass sich die Viren im Körper weiter verteilen können, um andere Zellen zu befallen. Neuraminidasehemmer sind verschreibungspflichtig und gegen Influenza-Viren vom Typ A und B wirksam, nicht jedoch gegen andere Erreger wie Rhinoviren, die normale Erkältungen verursachen. Außerdem ersetzen sie nicht die jährliche Influenzaimpfung. Die wiederum schützt nicht vor Erkältungen.

 

Quellen:

Robert Koch-Institut, Pressemitteilung, 22.8.2006

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Robert Koch-Institut, gemeinsame Pressemitteilung, 26.10.2006

Roche Pharma AG: Influenza keine Chance geben,
Pressemitteilung, 9.11.2006

Landesapothekerkammer Baden-Württemberg: Alles zum Thema Grippe, Pressemitteilung, 2006

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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