
Die Abwehr anregen
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So ziemlich alles, was wir tun und lassen, wirkt sich auf das Immunsystem aus.
Viren, Bakterien, Pilze, Nahrungs- und Umweltgifte (z.B. UV-Strahlen, Tabakrauch, Smog) versuchen hartnäckig, den Körper zu infizieren. Je besser das gelingt, umso deutlicher ist das Signal: Es gibt nicht genug leistungsstarke Abwehrzellen, die Angreifer identifizieren und zerstören können. Abgesehen von genetischen Defekten liegt die Hauptursache für ein abwehrschwaches Immunsystem im Lebensstil. Dauerstress, zu wenig Schlaf und Sport gelten ebenso als vermeidbare Unruhestifter wie unerkannte Entzündungen und Ernährungsfehler, Liebes- und Lachdefizite.
Daher sollte, wer körperliche und seelische Probleme hat, sich intensiv seiner selbst – und damit seines Immunsystems – annehmen. Selbst-
verständlich gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, die Belastbarkeit und Widerstandskraft zu trainieren und damit die Leistung des Abwehr-
systems anzuregen: Die Immunmodulation, zur Großmutters Zeiten schlicht „Abhärtung“ genannt, meint den Einsatz von Reizen, der Körper und Seele gleichermaßen einbezieht:
Eine der wichtigsten Erkenntnisse besteht darin, dass jene Abwehrzellen, die am besten vor Krankheit und Ansteckung schützen, ihre Aufgabe nur dann richtig erfüllen können, wenn sie viel Energie aus den Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen einer ausgewogenen Ernährung bekommen.
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„Nicht das Wetter macht krank, sondern die mangelnde Fähigkeit des Immunsystems, darauf richtig zu antworten“, wusste schon Pfarrer Kneipp. Daher ist Sport an frischer Luft und in natürlichem Licht sinnvoller als in Räumen. Über das Zwischenhirn (Hypothalamus) werden die Hormonproduktion und Aktivität der Immunzellen angeregt. Selbst nicht mehr so funktionstüchtige Bestandteile des Immunsystems werden repariert und zu neuen Höchstleistungen motiviert. Studien zeigen: Regelmäßiges Training steigert nicht nur Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Auch die Abwehrzellen werden mit mindestens 22 Prozent mehr Sauerstoff versorgt.
Ein Kleinkind lächelt am Tag nahezu hundertmal. Erwachsene sollen es gerade noch auf fünfzehnmal Lächeln bringen. Schade eigentlich. Und ziemlich ungesund. Denn Lächeln, oder besser, Lachen hat durchaus ernst zu nehmende Folgen für die Gesundheit. Weltweit haben Mediziner und Psychologen in den vergangenen Jahren immer neue Erkenntnisse über die heilende Kraft des Lachens gesammelt. Sicher ist, dass biochemische Prozesse in Gang gesetzt werden, die durch Einwirkung auf das vegetative Nervensystem die Zahl der Stresshormone Cortisol und Adrenalin senken. Parallel schießen aus Zwischenhirn und Hirnstamm jede Menge morphiumähnlicher Hormone – die Endorphine oder „Glückshormone“ – in den Körper und lösen eine Art Hochstimmung aus, die der vergleichbar ist, die Fastende und Läufer („Runner´s High“) erleben. Entsprechend ist Lachen ist ein Ventil gegen Stress. Es hilft dabei Ängste, Spannungen, Aggressionen abzubauen sowie Freude, Erleichterung, Entspannung zu erfahren. Laut der Heidelberger Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr bringt eine Minute Lachen soviel wie ein 45-Minuten-Entspannungstraining: Wer lacht, nimmt drei- bis viermal mehr Sauerstoff auf.
Auch das ist bekannt:
Kein Wunder also, dass Lachen inzwischen auch therapeutisch gezielt genutzt wird, um körperlich und seelisch Schwerkranken das Drama ihres Lebens, das Leiden und Sterben erträglicher zu machen. Die zahlreichen Vertreter der aus den USA stammenden Disziplin nehmen ihr Metier sehr ernst und setzen die Gelotologie – so der Fachbegriff – über die Behandlung und Pflege hinaus in der Prävention und Beratung ein.
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Belastbarkeit und Widerstandskraft lassen sich auch mit anderen Reizen trainieren, die individuell dosiert und schrittweise gesteigert werden. Dazu dienen außer Bewegung, Ernährung und Entspannung seit jeher Wärme und Kälte, Wasser, Licht, Luft und Klimawechsel. Entsprechend werden physikalische und thermische Reize nicht nur als Behandlungsformen und zur Rehabilitation eingesetzt. Ganz allgemein dienen sie der Prävention von Krankheiten, denn Temperaturwechsel von kalt nach warm und umgekehrt beeinflussen wie kaum eine andere Therapie jedes Körpersystem positiv: Die Temperatur- und Berührungssensoren in der Haut und in tiefer gelegenen Schichten an der Grenze zu den Muskeln nehmen die ankommenden Reize auf und leiten sie weiter.
Einige Beispiele für Immundoping vom Feinsten sind Wechselduschen und -bäder, Kneipp-Güsse, Wasser- und Tautreten (barfuß durch nasses Gras), Bürstenmassagen und Saunen.
Eine systematische Behandlung mit wechselnden Reizen über drei Wochen mindestens stärkt den Organismus. Er kann auf Stress aller Art besser reagieren als vorher: Stoffwechsel, Kreislauf, Herztätigkeit und Schmerzempfindlichkeit werden reguliert. Das Nervensystem und die Psyche reagieren „gesünder“ auf Stress aller Art; die Organe einschließlich der Haut funktionieren besser. Das erhöht die Zahl aller Abwehr-Akteure, die Krankheitskeime und selbst Krebszellen im Vorstadium töten.
Klahre, A. S.; Schulte Strathaus, R.: Handbuch Selbstmedikation, Stiftung Warentest, 1995
Klahre, A. S.: So stärken Sie Ihr Immunsystem, ARD-Buffet, 2004
Klahre, A. S.: Lachen – Therapierichtung mit großer Zukunft, Tina 21/1998
Reader´s Digest: So stärken Sie Ihr Immunsystem, Verlag Das Beste GmbH, 2001
Wikipedia: Lachen (Ausdrucksform)
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Zuletzt geändert: 15.12.2008
In den vergangenen Jahren hat die Grippewelle in Deutschland immer erst deutlich nach der Jahreswende be-
gonnen. Mit einer Impfung im Oktober, November oder auch im Dezember bleibt genug Zeit für die schützende Spritze.
Irgendwie stehen sie immer im Schatten der Grippe, und sind doch nicht minder gefährlich: Entzündungen des Lungengewebes sind die häufigsten tödlich verlaufende Infektionskrankheiten in Europa und weltweit. In Deutschland werden bis zu 300.000 Patienten jedes Jahr ambulant und stationär behandelt.
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