
BMI und Taille
| Diskutieren | Register |
(photocase.com © fult)
Nicht jedes Kilo über Normalgewicht ist ungesund. Dennoch gilt, dass Übergewicht und Fettsucht (Adipositas) den Weg für zahlreiche Krankheiten ebnen. Ob sie sich entwickeln, hängt auch davon ab, wo das Fett sitzt.
Jede Kalorie, die der Körper nicht in Energie umsetzt, speichert er im Fettgewebe. Fettsüchtig oder adipös ist man, wenn der Fettanteil bei Frauen 30 Prozent und bei Männern 20 Prozent der Gesamtkörpermasse übersteigt. Die Diagnose Übergewicht oder Adipositas kann jeder selbst stellen. In den vergangenen Jahren hat sich hier der Body Mass Index, abgekürzt BMI, durchgesetzt. Er gilt nur für Erwachsene und errechnet sich aus
Beispiel:
Das Ergebnis ordnet die Weltgesundheitsorganisation WHO so ein:
| Kategorie | BMI |
| Normalgewicht | 18 bis 24,9 |
| Leichtes Übergewicht | |
| Präadipositas | 25 bis 29,9 |
| Schweres Übergewicht | |
| Adipositas Grad I | 30 bis 34,9 |
| Adipositas Grad II | 35 bis 39,9 |
| Massiv gefährdendes Übergewicht | |
| Adipositas Grad III | > 40 |
Nicht jedes Kilo über dem Normalgewicht ist ungesund. Dennoch gilt, dass Übergewicht und Adipositas den Weg für zahlreiche Krankheiten ebnen. Ob sie sich entwickeln, hängt auch davon ab, wo das Fett sitzt. Die Kernfrage heißt: Ist der Bauchumfang größer als der Hüftumfang? Hintergrund ist die Erkenntnis, dass ein Bauchumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und 88 Zentimetern bei Frauen an Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen beteiligt ist. Hier zeigt der BMI eine echte Schwäche, er berücksichtigt die Fettverteilung nicht. Bei einem BMI über 25 sollte daher stets der Taillenumfang gemessen werden.
Männer mit einem Taillenumfang ab 102 Zentimetern haben ein etwa 1,8fach höheres Herzinfarktrisiko als Männer mit einem Taillenumfang von unter 88 Zentimetern. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie eines Forscherteams um Prof. Heribert Schunkert, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik II in Lübeck. „Die Messung des Taillenumfanges erlaubt es, Personen mit erhöhtem Risiko leicht zu identifizieren und weiterführend zu diagnostizieren", berichtete Prof. Schunkert auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie im Oktober 2006 in Nürnberg. Der Taillenumfang steht dabei in engem Zusammenhang mit allen Risikofaktoren: LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Nüchternblutzucker und Blutdruck.
Die Studie basiert auf insgesamt 35.869 Patienten, die in 1511 Arztpraxen an einem vorgegebenen Stichtag vorsprachen. Erfasst wurden Körpergröße und -gewicht, Taillenumfang, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sowie Angaben zu Lebensstil, Vorerkrankungen, Familienanamnese, Medikation und soziodemographischen Merkmalen.
| Alter | 35 bis 44 Jahre | 45 bis 59 Jahre | 60 bis 65 Jahre |
| Taillen- umfang | <88 cm: 1,3 (1%) | <88 cm: 3,8 (8%) | <88 cm: 8,0 (30 %) |
| 88-93 cm: 1,8 (1%) | 88-93 cm: 5,0 (13%) | 88-93 cm: 11,3 (45 %) | |
| 94-102 cm: 2,1 (1%) | 94-102 cm: 6,2 (20%) | 94-102 cm: 12,6 (54 %) | |
| >102 cm: 2,5 (3%) | >102 cm: 7,0 (23 %) | >102 cm: 14,5 (63 %) |
Quelle: idw/Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Oktober 2006
In Klammern ist der Anteil der Männer pro Gruppe genannt, bei denen das Zehn-Jahresrisiko für den Herzinfarkt über zehn Prozent liegt und bei denen somit primärpräventive Maßnahmen sinnvoll erscheinen.
Zurück zu "Essen und genießen" | Nach oben
Zuletzt geändert: 20.10.2008
Cholesterin ist das bekannteste Blutfett und die häufigste Ursache für verstopfte Arterien und Durchblutungsstörungen des Herz-Kreislaufsystems. Doch es ist noch mehr, nämlich ein für Körper und Gehirn lebenswichtiger Grundstoff.
MehrIrgendetwas gibt es immer zu knabbern. Essen zu jeder Zeit und überall hält aber weder schlank noch gesund. Checken Sie Ihr Essverhalten:
Mehr