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Bewegung

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Bild zum Thema Prävention, Bewegung

(photocase.com © ninino)

Bewegung: Starten Sie durch

Der Verlust an Ausdauer, Gelenkigkeit und Beweglichkeit – körperlich wie mental – bleibt mit fortschreitendem Alter zwar niemandem erspart, dennoch bestätigt sich eine Binsen-
weisheit immer wieder: Bewegungslosigkeit macht schlapp und krank. Bewegung ist neben der Ernährung die zweite Säule eines gesundheitsbewussten, präventiven Lebensstils.

Menschen, die in jedem Alter aktiv sind, reduzieren damit nicht nur Krankheitsrisiken, sie zögern auch den unvermeidbaren Kräfteverfall bis zu einem gewissen Grad hinaus.

Mehr noch: Von der Befindlichkeitsstörung bis zur schweren chronischen Erkrankung gibt es nichts, was sich mit Bewegung nicht geradezu dramatisch verbessern ließe. Richtig betrieben, das heißt ausdauernd und wohldosiert, ist Bewegung neben der Ernährung die zweite Säule eines gesundheitsbewussten, präventiven Lebensstils.

„Ich pflege eine intensive Beziehung zu meinem Körper und genieße es, mich fit und wohl zu fühlen“, formuliert es der Hamburger Sportmediziner Prof. Klaus-Michael Braumann in der Welt am Sonntag und empfiehlt dies voller Nachdruck auch der Allgemeinheit.

Für diese gibt es – und das ist wichtig – nach vorausgegangenem sportmedizinischem Check-up ein simples Konzept für dauernde Fitness und mehr Lebensqualität:

  • Sport mit Spaß,
  • Bewegung mit Herz fürs Herz,
  • wohldosiert und ohne Überlastung, dafür aber kontinuierlich.

30 Minuten pro Tag

Ziel ist die allgemeine Steigerung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit, nicht die Spitzenleistung. Es gilt, Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit regelmäßig zu trainieren, da nichts davon sich konservieren lässt. Als aktueller Richtwert für körperliche Aktivitäten im Alltag gelten 30 Minuten pro Tag, wobei über die optimale Dauer und Belastungsintensität noch diskutiert wird. Die amerikanische Fach-
gesellschaft American Heart Association (AHA) empfiehlt beispielsweise allen Frauen, sich eine halbe Stunde am Tag schnell zu bewegen, zum Beispiel mit Walking. Um ihre Gewichtsziele zu erreichen, werden sie unter Umständen bis zu 90 Minuten am Tag trainieren müssen. Andere Empfehlungen hingegen lassen offen, ob die Bewegung am Stück oder über zwei bis drei 10- bis 15-minütige Sequenzen erfolgt. Entscheidend ist nur, dass Sie „Ihren“ Sport spielerisch betreiben und genügend Motivation zum Durchhalten haben.

Dass hier notfalls auch ein Schrittzähler animiert, hat Ende 2007 eine Analyse mit 3000 Teilnehmern in den USA gezeigt. 2491 Schritte mehr pro Tag sind möglich - und die Auswirkungen sehenswert: BMI und Blutdruck sinken, der Wunsch aktiv zu werden steigt.1

Wer verbissen und getrieben von Ehrgeiz sein Pensum absolviert, wird davon wenig profitieren. Der Schlachtruf „Länger, schneller, weiter, besser, ohne Schmerz kein Erfolg“ gilt im Gesundheitssport eher als kontrapoduktiv: Übertriebener Ehrgeiz macht anfällig für Infekte. Ein umfassender Nutzen für die körperliche, geistige und seelische Gesundheit kann nur erreicht werden, wenn Bewegung im Einklang mit den vorhandenen Fähigkeiten steht und Sie sensibel auf die Signale Ihres Körpers achten.

Bloß nicht überfordern 

Das bedeutet letztlich, dass jede Art von Bewegung eine andere Haltung erfordert, nämlich die Einsicht, dass gesundheitsbewusstes Training und Überforderung nicht zueinander passen. Folglich ist nicht nur ein mobili-
sierendes, den Kreislauf und die Sauerstoffversorgung anregendes Programm sinnvoll. Von gleicher Berechtigung, nur mit anderer Ziel-
setzung sind die ruhigen, fließenden, meditativen Bewegungseinheiten, die mit nach innen gerichteter Aufmerksamkeit ausgeführt werden: verschiedene Yogaformen, Qi Gong, Progressive Muskelentspannung, Feldenkrais sind nur einige Beispiele aus dem großen Repertoire fernöstlicher und westlicher Disziplinen.

Da auch Alter, Trainings- und Gesundheitszustand bestimmen, welche Sportart die am besten geeignete ist, sollten Neu- und Wiedereinsteiger den Gesundheitszustand internistisch und sportmedizinisch abklären lassen. Komplikationen und Todesfälle treten nicht nur durch Überforderung auf, sondern auch als Folge unentdeckter Erkrankungen und körperlicher Schäden.

 

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1 Mit einem Schrittmacher kommen auch inaktive Patienten in
  Schwung. Ärzte-Zeitung, 28.11.2007

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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