
Verletzungen
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Schäden am Kniegelenk betreffen Kreuzbänder, Kniescheiben und Knorpel ebenso wie den einen oder anderen Meniskus.

(photocase.com © mastersteve)
Während Orthopäden das Knie gern als „Gelenk der Superlative“ bezeichnen, ist es für Sportmediziner der Klassiker in ihrem Themen-
spektrum. Einerseits ist es das größte Gelenk unseres Körpers, ein kompliziert aufgebautes und leistungsfähiges dazu; andererseits ist kaum ein anderes Gelenk beim Sport so verletzungsanfällig, da es in erster Linie den Bewegungsdruck aushalten muss. Beim Gehen/Laufen wird es bis zum Fünffachen, bei Sprüngen oder Stürzen sogar bis zum Zehnfachen unseres Körpergewichts belastet. Dieser anatomische Nachteil kann teilweise durch die – hoffentlich kräftige – Muskulatur ausgeglichen werden, die das Gelenk wie ein Schutzmantel umschließt.
Probleme macht es nämlich immer dann, wenn durch
Wer das verstehen will, schaut sich das Knie am besten näher an: Mehr
Wie bei den Bandscheiben auch ist die Elastizität des Knorpels dadurch gefährdet, dass im Alter der Wassergehalt abnimmt und der Knorpel spröde wird. Die Veränderungen münden in die bekannte Arthrose. Wer einen großen Teil seiner beruflichen Tätigkeit auf Knien ausübt – im Gleis- und Bergbau, als Fliesen- oder Parkettverleger –, leidet später oft an einer Kniearthrose.
Überhaupt sind schmerzhafte Einschränkungen der Aktivität und Beweg-
lichkeit meist das Ergebnis alters- und belastungsbedingter Arthrosen. Der Anfang kann weit zurückliegen.
Hatten oder haben Sie zum Beispiel
In jüngeren Jahren entstehen Knorpelschäden meist beim Sport und im Rahmen einer Band- und Meniskusverletzung. Von Extremsport reden wir hier noch nicht mal. Es genügen schräg einwirkende Kräfte oder schnelle, überraschende Dreh- oder Stopp-and-Go-Bewegungen, wie sie beim alpinen Skifahren, Fuß-, Hand-, Volley-, Basketball, aber auch beim Tennis und Squash dazugehören – und Menisken, Kreuz- und/oder Seitenbänder sagen leise Servus.
Ein Kreuzbandriss beispielsweise schmerzt wie ein Schlag in die Kniekehle und trifft in Deutschland etwa 100.000 Aktive pro Jahr, bei den Meniskusverletzungen sind es etwa 300.000.1 Jedes Mal wird auch der Gelenkknorpel beschädigt. Es ist jedoch noch nicht so lange her, da wurden die Verletzungen in den Vordergrund gestellt und die begleitenden Knorpelläsionen nicht so wichtig genommen. Obwohl sie unbehandelt und vor allem bei Sportlern mit hoher Belastung das Gelenk vorzeitig zerstören beziehungsweise verschleißen lassen können.
Eine andere Gruppe von Sportlern entwickelt Knorpelschäden als Folge chronischer Fehl- und Überbelastung. Der Zusammenhang kann hier in einer Abweichung der Beinachse bestehen, zum Beispiel in einem O- und X-Bein, aber auch auf fehlerhafter Technik beruhen.2 Knorpelschäden beim Sportler werden daher auch noch nicht als „Verschleißerkrankung“ gesehen, sodass eine Knorpeltherapie nicht zwangsläufig eine Arthrosetherapie ist.
(© Dirk Lanio)
„Die in Österreich beliebtesten Wintersportarten Skifahren und Snow-
boarden führen jährlich zu Tausenden von Knieverletzungen, die eine große Herausforderung für die Sportmediziner in unserem Land darstellen“, so Dr. Klaus Dann, Sporttraumatologe in Korneuburg bei Wien, auf dem Jahrestreffen der Gesellschaft für orthopädisch-traumato-
logische Sportmedizin, 2006 in Zürs am Arlberg.3 „Tausende dieser Verletzungen pro Wintersaison werden in den Unfallkliniken registriert und müssen versorgt werden. Eine Prävention wie entsprechende Übungen und Vorbereitungen auf den Wintersport werden jährlich gepredigt, aber kaum befolgt.“ Korrektes Schuh- und Bindungsmaterial seien die Voraussetzung für ungetrübten Spaß im Schnee, auch hier gebe immer wieder große Defizite.
Dabei könnte alles so einfach sein: „Nur der Mensch selbst kann sein Kniegelenk schützen. Wenn er Muskeln aufbaut, trainiert, die Koordination stimmt, die Proportionen in Ordnung sind – dann ist das Knie geschützt“, hat es Professor Andreas Imhoff von der Poliklinik für Sportorthopädie der TU München, im Bayerischen Rundfunk formuliert.4 Na dann.
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1 Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Geschädigten
Gelenkknorpel rechtzeitig behandeln. Pressemitteilung,
Informationsdienst Wissenschaft, 26.05.2004
2 Siebert, C.H.: Der Knorpelschaden des Sportler – ein ungelöstes
Problem. Deutsche Gesellschaft für orthopädisch-
traumatologische Sportmedizin, Pressemitteilung, 07.12.2005
3 Dann, K.: 9. Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische
Sportmedizin GOTS, Jahrestreffen 2006, Zusammenfassung:
Update Kniegelenk. Sportmedizinische Aspekte des
Kniegelenks. Zürs am Arlberg, 30.03 bis 02.04.2006
4 BR online: Schwachstelle Knie - Hilfe fürs überlastete Gelenk.
Gesundheitsgespräch, 12.04.2003
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Meniskusverletzungen entstehen in
jedem Alter – akut bei Sportunfällen
oder langfristig durch Verschleiß.
Frauen sind anders. Frauenknie auch. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis man(n) das bei der Entwicklung von Kunstgelenken berücksichtigen würde.