
Knorpelschäden
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(photocase.com © gerold_uder)
Knorpeldefekte können an der Kniescheibe und an den Gelenkflächen entstehen. Was so beginnt, mündet altersmäßig oft viel zu früh in eine Arthrose. Was ist heute möglich, um Knorpelabbau einzudämmen?
Der drei bis fünf Millimeter starke Knieknorpel, der in gesundem Zustand eine reibungslose und schmerzfreie Bewegung des Gelenks ermöglicht, hat einen Nachteil: Da er weder von Nerven noch Blutgefäßen durch-
zogen ist, kann er sich beim erwachsenen Menschen nicht oder nur schlecht selbst reparieren. Der Körper selbst produziert allenfalls Ersatzgewebe, nämlich den weit weniger glatten und weit weniger belastbaren Bindegewebsknorpel. Falls Sie sich jetzt fragen, wie in einer nervenfreien Zone der Schmerz zustande kommt: Dieser entsteht meist durch eine begleitende Reizung der Gelenkinnenhaut.
Knorpeldefekte müssen nicht zwingend operiert werden, sie lassen sich auch rein symptomatisch behandeln, mit
Die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Orthopädietechniker, richtet sich nach dem jeweiligen Problem und reicht von elastischen Bandagen und Schuheinlagen bis zu Gelenkschienen (Orthesen) mit voreingestellten Bewegungsausmaßen.
Generell gilt: Je geringer der Schaden, je wirksamer solche Maßnahmen.
Ab einem bestimmten Grad (Grad III – IV nach Outerbridge) lässt sich eine Operation allerdings nicht mehr vermeiden.
Um zu verhindern, dass nach einer Sportverletzung altersmäßig viel zu früh eine Arthrose mit (belastungsabhängigen) Schmerzen, Schwellung, Gelenkergüssen und Blockierungen entsteht, versucht die moderne Medizin, die operativen Behandlungen immer weiter zu verbessern. Aktuell gibt es eine Reihe von chirurgischen Knorpelersatztherapien, die eines gemeinsam haben: Es soll das Nachwachsen von Ersatzgewebe angeregt werden. Dies lässt sich durch Übertragen von körpereigenem Knorpelgewebe aus einem wenig belasteten Gelenkareal erreichen oder durch Kultivieren von Knorpelzellen im Labor.
Ergänzend zu einer Knorpeltherapie kann eine Korrektur der Knieachse erforderlich werden, wenn O- oder X-Beine zu einseitigen Fehl-
belastungen führen und Knorpel, Menisken oder Bänder ruinieren. Ziel ist es, weitere Schäden an Knorpel und Meniskus zu verhindern und den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks zu verzögern oder gar ganz zu vermeiden.
Zuvor wird die Diagnose gesichert und festgestellt, ob sich der Schaden für eines dieser Verfahren eignet:
Zunächst werden mit konventionellen Röntgenbildern und Ultraschall Gelenkerguss und Meniskusverletzung abgeklärt, dann kann der Knorpel-
defekt über die Kernspintomographie (CT) mit speziellen Knorpel-
sequenzen ermittelt werden. Eine endgültige Beurteilung gelingt häufig erst im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie), die zu den minimalinvasiven Techniken zählt: Um in den Körper zu gelangen, braucht es nur einen kleinen Schnitt und die inneren anatomischen Strukturen – Gelenkhaut, Knorpelflächen, Menisken und Bänder – können detailgenau betrachtet werden. Das dafür erforderliche Endoskop besteht aus einer Optik mit Lichtquelle und Kamera. Sichtbar wird der Gelenkinnenraum auf einem Monitor. Die Oberflächenbeschaffenheit des Knorpels wird mit einem Tasthaken überprüft.
Alfried Krupp Krankenhaus, Duisburg-Essen: Knorpelschäden. Patienteninformation
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Geschädigten Gelenkknorpel rechtzeitig behandeln. Pressemitteilung, 26.05.2004
Siebert, C.H.: Der Knorpelschaden des Sportlers – ein ungelöstes Problem. Deutsche Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin, 07.12.2005
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Meniskusverletzungen entstehen in
jedem Alter – akut bei Sportunfällen
oder langfristig durch Verschleiß.
Frauen sind anders. Frauenknie auch. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis man(n) das bei der Entwicklung von Kunstgelenken berücksichtigen würde.