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Endoprothetik

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Endoprothetik: Wieder schmerzfrei und mobil

Mittlerweile werden in Deutschland jährlich rund 95.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Wie beim Hüftersatz auch steigt der Anteil der jüngeren und aktiven Patienten vor dem 60. Lebensjahr. So früh ersetzte Gelenke sollen mit dem Patienten alt werden, na ja, auf jeden Fall bis zu 20 Jahre älter.

 

Bild zum Thema Orthopädie, Operationen am Knie, Endoprothetik(© Zimmer Germany GmbH)

 

Jedes Jahr erhalten etwa 285.000 Deutsche ein künstliches Gelenk, davon rund 95.000 am Knie. Ein künstliches Kniegelenk – eine Knieendoprothese – wird notwendig, wenn der schützende hyaline Knorpel so ruiniert ist, dass andere Behandlungen keine gravierende Besserung bringen. In frühen Phasen und bestimmten Fällen kann gespült (Gelenkspülung), geglättet (Shaving) oder mikrofrakturiert (Knochenmarkstimulation) werden. Spätestens wenn auch der Knochen hinüber ist, hilft nur noch eine Endoprothese.

„Die zuvor unter starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen leidenden Patienten erzielen eine deutliche Verbesserung ihrer Lebens-
qualität, weil sie nach dem Eingriff in den allermeisten Fällen mobiler und erstmals wieder schmerzfrei sind“, erläutert Dr. Roland Sellckau, leitender Arzt für Chirurgie an der Hamburger Klinik Fleetinsel.1

Für ein Leben zwischen Arbeit, Auto und Freizeit

Ursachen für den Knorpelverlust sind

  • eine altersbedingte oder
  • eine altersmäßig zu früh einsetzende Arthrose als Folge falsch oder gar nicht behandelter Sportverletzungen im Bereich des Kreuz-
    bandes und/oder Meniskus oder als Folge eines nicht korrigierten O-oder X-Beins oder als Folge einer rheumatoiden Arthritis.

Wie beim Hüftersatz auch brauchen immer häufiger auch jüngere und aktive Patienten vor dem 60. Lebensjahr ein neues Knie. So früh implan-
tierte Gelenke sollen mit dem Patienten in die Jahre kommen, das heißt, sie sollen ihm für lange Zeit nicht nur Schmerzfreiheit verschaffen, sondern sich gut für ein Leben zwischen Arbeit, Auto und Freizeit eignen. Kunst-
gelenke müssen dennoch nicht nur für diese Altersgruppen gewebe-
freundlich und hochgradig belastbar sein, maximale Beweglichkeit und uneingeschränktes Beugen und Strecken erlauben, sondern grundsätzlich.

Ständige Entwicklungen bei Materialien, Produktdesigns und operativen Techniken erlauben es heute, dass eine Endoprothese bis zu 20 Jahre funktionieren kann. Das Modell gibt es allerdings nicht: Eine Vielzahl hochwertiger Implantate ist für jedes Alter und viele Krankheitsbilder und sogar geschlechtsspezifisch nutzbar. Inzwischen werden bei Kunst-
gelenken nur für Frauen auch die anatomischen Unterschiede beim Knie berücksichtigt.

Je nach Ausmaß der Arthrose werden verschiedene Modelle eingebaut:

Teilprothese (unikondyläre Schlittenprothese)

Ist nur eine Seite des Kniegelenkes betroffen, kann eine Teilprothese implantiert werden – eine unikondyläre Schlittenprothese (Foto). Ersetzt wird nur der zerstörte Anteil des Kniegelenks, meist auf der Innenseite. Der noch gesunde Anteil bleibt weiterhin voll funktionsfähig. „Dieses Verfahren eignet sich für Patienten mit stabilen Seiten- und Kreuzbändern, also bei sonst intakten Gelenkanteilen“, so Dr. Sellckau.2

Totalendoprothese (TEP)
= Oberflächenersatzprothese
(einseitig oder beidseitig = uni- oder bikondylär)

Die häufigste Behandlungsform ist der Oberflächenersatz: Es werden nur die gelenknahen, zerstörten Knorpel- und Knochenanteile am Ober- und Unterschenkel entfernt und durch gewebeverträgliche Metall-Kunststoff-
Implantate ersetzt. Die Knochenenden werden ähnlich wie beim Zahn-
ersatz überkront. Die Implantate werden in aller Regel mit einem speziellen Kunststoffkleber („Knochenzement“) verankert. Wenn möglich, bleiben die Knochensubstanz und die Bandstrukturen erhalten, erreicht wird so ein weitgehend natürlicher Bewegungsablauf.

High-Flex-Komponenten sind die Grundlage für einen hohen Beugewinkel von 155 Grad oder gar darüber hinaus. Üblich sind rund 125 Grad. Wer früher das Knie schon gut beugen konnte, gewinnt diese Beweglichkeit jetzt wieder.

Stabilisierende (=achsgeführte) Endoprothesen sind dagegen für Patienten notwendig, deren Bänder ausgeleiert oder verletzt sind und die großformatige Knorpeldefekte aufweisen.

So verschieden die TEP-Typen sind, die Vorbereitungen sind stets die gleichen: Zunächst werden die zerstörten Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkelknochens millimetergenau abgefräst und die Knochen präzise vorbereitet.

Das Implantat für den Oberschenkelknochen besteht aus einer stabilen Metalllegierung, die den oberen Gelenkkopf wie eine Krone umfasst.

Das Implantat für den Unterschenkel ist ähnlich wie ein künstliches Hüftgelenk mit einem Schaft versehen, der in das Schienbein eingelassen und dort in aller Regel zementiert wird. Auf der Oberfläche wird ein Aufsatz aus Polyethylen befestigt, der als Gleitfläche zwischen Ober- und Unterschenkel dient. Je nach Schweregrad der Arthrose muss auch die Rückfläche der Kniescheibe ersetzt werden.

Anschließend wird das neue Gelenk auf seine Beweglichkeit geprüft und die Wunde verschlossen. Eingelegte Drainageschläuche verhindern Blut-
ergüsse, da nachsickerndes Blut abfließen kann. Ein Kompressions-
verband übt dosierten Druck aus und ein erstes Röntgenbild zeigt den Sitz des neuen Gelenks.

 

Quellen:

Zimmer Germany: Die Kniegelenk-Operation, Patienteninformation 24.03.2005;
Jüngere und aktive Menschen brauchen Kunstgelenke, die alles mitmachen. Presseinformation

 

____________________ 

1 Schmerzgeplagte Patienten profitieren von künstlichem Knie-
   gelenk: Klinik Fleetinsel Hamburg, Newsletter Februar 2005,
   Orthopädie, Allgemein- und Gefäßchirurgie

2 Ebda.

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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