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Das Knie

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Bild zum Thema Orthopädie, Operationen am Knie, Das Knie

 (© Zimmer Germany GmbH)

Das Knie: Anatomisches Gesamtkunstwerk

Das Knie ist die bewegliche Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel. Als Scharniergelenk funktioniert es über einen Roll-Gleit-Drehmechanismus, der kompliziert ist und über
verschiedene Strukturen gesichert werden muss.

Hyaliner Knorpel

Das Fundament bilden die Kniescheibe und die Knochenenden des Oberschenkels (Femur) und Schienbeins (Tibia); sie sind beschichtet mit einer drei bis fünf Millimeter starken, glasig-transparenten Knorpelschicht. Dieser sogenannte hyaline Knorpel (vom griechischen hyalos = Glas) hat, wie die Bandscheiben auch, einen hohen Wassergehalt, weder Nerven noch Gefäße und wird mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit bestens versorgt, im Idealfall die längste Zeit des Lebens.

Wie bei den Bandscheiben aber auch ist die Elastizität des Knorpels dadurch gefährdet, dass im Alter der Wassergehalt abnimmt und der Knorpel spröde wird. Die Veränderungen münden in die allgemein bekannte Arthrose (Foto oben rechts).

Innen- und Außenmeniskus

Dass die Knochen nicht aufeinander stoßen, verhindern zwei elastische Knorpelscheiben, der Außenmeniskus (lateraler Meniskus) und der Innen-
meniskus (medialer Meniskus). Als etwa fünf Millimeter starke knorpelige Unterlegscheiben zwischen den Innen- und Außenseiten der Ober- und Unterschenkelknochen wirken die Menisken als Druckverteiler, Stoß-
dämpfer und Bremsklötze. Der Innenmeniskus hat die Form eines Halb-
mondes, während der Außenmeniskus nahezu ringförmig und größer ist.

Dass das Kniegelenk und die langen Ober- und Unterschenkelknochen überhaupt als Einheit funktionieren, gewährleistet eine Reihe von Bändern, Muskeln und Sehnen, die einerseits das Knie gegen Verschiebungen stabilisieren, andererseits Hüften, Schenkel und Knie beim Beugen, Strecken und Drehen unterstützen:

Vorderes und hinteres Kreuzband

Die beiden Kreuzbänder sichern in einem gesunden Gelenk die Stabilität des Knies, indem sie die Roll- und Gleitbewegungen begrenzen und so verhindern, dass sich der Unterschenkel gegen den Oberschenkel wie eine Schublade bewegt: Das vordere Kreuzband (VKB) unterbindet ein übermäßiges Gleiten des Unterschenkels nach vorn, das hintere Kreuz-
band (HKB) spannt sich bei der Beugebewegung und verhindert ein Ausweichen des Unterschenkels nach hinten. Die Stabilität des Knie-
gelenks ist so in jeder Beuge-, Streck- und Drehposition, beim Stehen, Hocken, Laufen und Springen gewährleistet.

Seitenbänder

Die beiden Seitenbänder sichern in einem gesunden Gelenk die Streckung des Knies: Wird es gebeugt, sind sie entspannt; wird es gestreckt, sind sie maximal gespannt.

Muskeln

Auf der Vorderseite

ist mit dem vierköpfigen Schenkelstrecker der größte und kräftigste Muskel des Menschen aktiv. Er wirkt einerseits streckend auf den Unterschenkel, zum Beispiel beim Gehen, Laufen, Springen, andererseits beugend auf das Hüftgelenk.

Der Schneidermuskel hilft einerseits beim Beugen, Strecken und Drehen des Oberschenkels, andererseits unterstützt er den Unterschenkel beim Beugen.

Auf der Hinterseite

hilft der zweiköpfige Schenkelmuskel einerseits bei der Hüftstreckung, andererseits bei der Beugung des Unterschenkels und rollt ihn bei gebeugtem Kniegelenk nach außen.

Der Halbsehnenmuskel bewirkt mit einer Ausnahme das Gleiche: Er dreht den Unterschenkel nach innen.

Gelenkkapsel

Umschlossen wird das Kniegelenk von einer Kapsel, die eine Art Gleitfilm für die Gelenkflächen produziert: Die Gelenkflüssigkeit, auch Gelenk-
schmiere oder Synovia genannt, ernährt den Knorpel und schmiert das Gelenk. Ohne sie geht gar nichts. Durch sie wird die Reibung der Knorpel-
flächen bei Bewegung minimiert, gleichzeitig hält Bewegung beziehungs-
weise Be- und Entlastung den Flüssigkeitsaustausch und damit die Ernährung des Knorpels aufrecht.

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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