
Operationen am Knie
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(photocase.com © Gortincoiel)
Es ist groß, stabil, kompliziert, extrem aber nicht grenzenlos belastbar: So vielseitig die Verletzungen des Kniegelenks sein können, so vielfältig sind auch die operativen Möglichkeiten. Das Knie als runderneuertes Ersatzteillager mit stabiler Scheibe, straffem Kreuzband, frischem Knorpel oder mit komplettem Gelenkersatz – heute ist in spezialisierten Zentren für jedes Alter nahezu alles machbar. Und dank modernster Technik immer häufiger ambulant.
Nicht von ungefähr bezeichnen Orthopäden das Knie gern als „Gelenk der Superlative“. Weil es das größte Gelenk unseres Körpers ist, und ein kompliziert aufgebautes dazu. Wer an chronischen Knieproblemen leidet, steht daher vor allem vor zwei Fragen:
Verletzungen können vielseitig sein und Knorpel, Kreuzbänder, Knie-
scheiben ebenso betreffen wie den einen oder anderen Meniskus. Allein der Begriff „Knie-Binnenläsion“ kann allerlei heißen, denn zunächst bedeutet er nur, dass im Innern des Kniegelenks etwas kaputt ist. Ohne spezielle Untersuchungen sind präzise Diagnosen im Detail nicht leicht zu erstellen. Täuschungen und Fehldiagnosen waren häufig, als es die Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und die – in anderen Fächern umstrittene – Gelenkspiegelung (Arthroskopie) noch nicht gab. War eine Binnenläsion ein eingerissener oder gleich völlig abgerissener Meniskus? Ein Durchriss des vorderen oder hinteren Kreuz-
bandes oder gar eine Kombination? Oderoderoder?
„Die Kenntnisse, welche die heutige Diagnostik und Behandlung ermöglichen, sind in kleineren und größeren Schritten in den letzten 100 Jahren … zusammengetragen worden“, schreibt einer der Väter der Kniechirurgie, der inzwischen emeritierte Professor Werner Müller, Orthopäde und Kniechirurg an der Universität Basel, 2001 zum Thema Kreuzbandoperation.1 Und: „Nachdem die Entwicklung der operativen Therapie des Kniegelenks sich über 100 Jahre mit einem Auf und Ab mehrfach im Kreise gedreht hat, … ist es nun an der Zeit, dass man … ein optimales Vorgehen findet, welches zentrale und dort, wo es nötig ist, periphere Rekonstruktionen ausgewogen miteinander verbindet.“
Dazu sind versierte und erfahrene Kniechirurgen heute in der Lage, und nicht nur in Bezug auf das Kreuzband. Idealerweise beherrschen sie operative und nicht-operative Alternativen für verschiedene Patiententypen – vom Normalverbraucher über den Hobbysportler zum Leistungs- beziehungsweise Spitzensportler. Heute können
Die Versorgung mit Hilfsmitteln erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Orthopädietechniker, richtet sich nach dem jeweiligen Problem im Bereich des Gelenks und kann von elastischen Bandagen und Schuheinlagen bis hin zu Gelenkschienen mit voreingestellten Bewegungsausmaßen (Orthesen) reichen.
Allerdings bringen weder operative noch nicht-operative Behandlungen immer den gewünschten Erfolg. Gerade unter Kreuzbandoperierten gibt es viel Frust und die Zahl der Wiederholungsoperationen steigt von Jahr zu Jahr. Und Patienten mit einer sogenannten primären Arthrose des Knies – deren Ursachen noch unbekannt sind und die häufig Frauen ab 40 und nach der Menopause betrifft –, mit Meniskusschäden, Knieverrenkungen oder kniegelenksnahen Brüchen sind konservativ oft austherapiert: Bewegungs- und Physiotherapien mit Bädern/Packungen und mit Medikamenten wirken nicht mehr. Es kann natürlich auch sein, dass eine rechtzeitige Therapie einfach verpennt wurde.
Sollte die Ultima Ratio der totale oder teilweise Gelenkersatz sein, so beruhigt das Wissen, dass in den letzten Jahren die Operationstechniken verfeinert und die Qualität der Implantate deutlich verbessert wurden. Das zeigt sich zum einen in der längeren Haltbarkeit, der sogenannten Stand-
zeit: Je nach Modell und Grad der Belastung beträgt diese heute 15 bis 20 Jahre. Zum anderen haben die anatomischen Unterschiede zwischen dem Knie eines Mannes und dem einer Frau – ein Frauenknie ist schmaler, hat eine andere Form und ist anders mit dem Oberschenkelknochen verbunden – inzwischen zur Entwicklung von Implantaten speziell für Frauen geführt. Wenn das kein Fortschritt ist.
Jede orthopädisch-traumatologische-rheumatologische Klinik oder Fachabteilung, jede unfallchirurgische Klinik oder Fachabteilung, jede orthopädische oder orthopädisch-chirurgische Klinik oder Fachabteilung und jeder Sportmediziner, Sportorthopäde, Sporttraumatologe stehen als professionelle Ansprechpartner für die Behandlung von Knieproblemen zur Verfügung. Im Internet:
Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
> bvou.net
Gesellschaft für orthopädische-traumatologische Sportmedizin > gots.org
Interdisziplinäre Gesellschaft für Orthopädische und Unfallchirurgische Schmerztherapie e.V. > igost.de
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1 Müller, W.: Die Entwicklung der operativen Behandlung der
"Knie-Binnenläsionen", Gesellschaft für orthopädisch-
traumatologische Sportmedizin (GOTS), Pressemitteilung, 2001
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Meniskusverletzungen entstehen in
jedem Alter – akut bei Sportunfällen
oder langfristig durch Verschleiß.
Frauen sind anders. Frauenknie auch. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis man(n) das bei der Entwicklung von Kunstgelenken berücksichtigen würde.