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Vor und nach der Operation

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Vor und nach der Operation: Mitmachen erwünscht

Mit richtiger Vorbereitung und sinnvollen Vorsichts-
maßnahmen haben Sie mögliche Risiken gut im Griff.

Der Erfolg einer Operation und der Heilungsprozess hängen wesentlich von der Mitarbeit des Patienten ab – vorher und nachher.

Vor der Operation

Schon jetzt ist Ihre aktive Mitarbeit gewünscht. Mit den richtigen Vorbereitung und sinnvollen Vorsichtsmaßnahmen haben Sie Risiken gut im Griff. Dazu gehört zunächst, dass Sie Ihr Verhalten ändern und Ihren Allgemeinzustand verbessern. Sicherlich, mal eben so ist schwierig, aber wat mutt, dat mutt:

  • Verzichten Sie aufs Rauchen.
  • Reduzieren Sie eventuelles Übergewicht.
  • Für eine schnelle Rehabilitation ist es sehr hilfreich, wenn Sie in Bewegung bleiben (z.B. durch Schwimmen, Radfahren, Gehen/
    Walken), mit krankengymnastischen Übungen verkürzte Bänder und Gelenkkapseln dehnen und sich bereits jetzt mit dem Umgang von Gehhilfen (Stützen, Rollator) vertraut machen.
  • Wenn Sie blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, entscheidet der Operateur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt, wann es abgesetzt wird, um ein erhöhtes Blutungsrisiko zu vermeiden.
  • Wenn Sie jünger als 75 und körperlich gesund sind, können Sie vor der Operation eigenes Blut spenden, das Ihnen im Falle von Nach-
    blutungen wieder zugeführt werden kann. Im Vorfeld sollte der Haus- oder Narkosearzt Ihren Herz-Kreislaufzustand überprüfen, ob eine Eigenblutspende möglich ist.

Bild zum Thema Orthopädie, Künstliches Hüftgelenk, Vor und nach der Operation

(photocase.com © fult)

Aus dem Weg

Identifizieren und beseitigen Sie Stolperfallen, achten Sie auf genügend Platz zwischen den Möbeln und auf eine gute Beleuchtung. Außerdem sollten in der Wohnung ausreichende Haltemöglichkeiten angebracht sein. Hindernisse sind beispielsweise

  • Teppichkanten
  • Türschwellen
  • Herumliegende Kabel
  • Glatte Böden
  • Vereiste Gehwege
  • Rutschende Badematten
  • Unzureichende Lichtverhältnisse
  • Schlecht sitzende Schuhe und zu lange Kleidung

Wegen des erhöhten Risikos für eine Luxation (Auskugeln des Hüftkopfs aus der Pfanne) achten Sie bitte darauf, dass Sitzmöbel und Bett nicht zu niedrig sind. Hilfreich für die tägliche Körperpflege im Bad sind Haltegriffe, Toilettensitzerhöhung, Badewannensitz oder Duschhocker und Schwamm mit langem Stiel. Weitere Hilfsmittel sind Greifzange, Schuhlöffel mit extra langem Griff und Strumpfanzieher – Bedarf bitte abklären.

Nach der Operation

Generell gilt: In den ersten sechs bis zwölf Wochen nach der Operation ist Ihr neues Gelenk noch relativ ungeschützt, bis die Muskulatur wieder gestärkt und aufgebaut ist. Muskeln geben dem Gelenk die notwendige Stabilität und schützen es gegen falsche Bewegungen. So lange sollten Sie die mit dem Arzt besprochenen Vorsichtsregeln einhalten.

Ihr Aufenthalt in der Klinik beträgt in aller Regel etwa 14 Tage. Daran schließt sich eine ambulante oder stationäre Rehabilitation an, die dazu dient, die Kraft und Beweglichkeit des neuen Gelenks aufzubauen und zu stabilisieren. Je besser die Muskulatur vor der Operation ausgebildet war, umso leichter fallen die Trainingsmaßnahmen nach der Operation.

Endoprothesenpass

Nach der Operation wird Ihnen von der Klinik ein Endoprothesenpass ausgestellt, der Sie als Träger eines Implantats ausweist und detaillierte Informationen zum Kunstgelenk und zu Kontrolluntersuchungen enthält. Die Angaben sind nicht nur für den Fall späterer Komplikationen oder für eine Korrektur- oder Wechseloperation wichtig, sondern auch für Flugreisen. Beim Sicherheitscheck kann es zu Problemen kommen, weil die Implantate Alarm auslösen.

Alltag ist die beste Reha

Bereits am Tag nach der Operation werden Sie mit ersten Bewegungs-
übungen beginnen. Diese Frühmobilisation senkt das Risiko von Komplika-
tionen ebenso wie regelmäßige Gymnastik und Kompressionsstrümpfe. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe kann überflüssig werden, da Sie sich bewegen.

Als Erstes lernen Sie vom Bett aufzustehen und sich wieder richtig zu setzen. Selbst alltägliche Bewegungsabläufe, wie das richtige Ein- und Aussteigen aus dem Auto oder das richtige Hinauf- und Hinabsteigen von Treppen, müssen wieder erlernt werden. Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihr Hüftgelenk nicht über 90 Grad beugen und schlagen Sie beim Sitzen nicht die Beine übereinander.

Durch intensive Krankengymnastik werden Ihre Gehfähigkeit und der Muskelaufbau gefördert. Ziel ist es, Ihre Oberschenkel- und Becken-
muskeln so zu trainieren, dass Sie von Ihrer wiedergewonnenen Beweg-
lichkeit profitieren können. Ein Sportprogramm wird zunächst auf eine möglichst geringe Belastung der Hüfte abgestimmt sein, später sind selbst Tennis und Skifahren kein Tabu mehr.

Die zwischen Arzt und Physiotherapeut abgestimmten Rehabilitations-
maßnahmen haben große Bedeutung für den Erfolg der Operation und Ihre schnelle Genesung. Einzelheiten und den zeitlichen Rahmen sollten Sie in jedem Fall mit allen Beteiligten abstimmen. Eines lässt sich grundsätzlich sagen: Je aktiver Sie mitarbeiten, umso schneller erreichen Sie Ihr Ziel – und werden belohnt mit dem wunderbaren Gefühl neu gewonnener Lebensqualität.

 

Quellen:

Elisabeth-Krankenhaus Essen: Damit der Oberschenkelhals erst gar nicht bricht – Wie kann man Stürze im Alter verhindern? Pressemeldung, 30.05.2006

Hüftgelenkersatz. Patienteninformation. Zimmer Germany GmbH, 2001

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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