
Bewegungsschmerz
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Die Bezeichnung Bewegungsschmerz umfasst Schmerzen, die ihren Ursprung in Störungen des Bewegungssystems haben – in Gelenken, der Wirbelsäule, in Muskeln und Bändern.
Umgekehrt provozieren auch Schmerzsyndrome mit anderen Ursachen Veränderungen und Schmerzen, beispielsweise durch Fehlhaltungen. Schließlich können Erkrankungen, deren Schmerzquelle nicht die Wirbelsäule ist, Rückenschmerzen auslösen. Das gilt für Erkrankungen der inneren Organe, zum Beispiel der Nieren, und sogar für Zahnschmerzen. Eine Zahnbehandlung wirkt daher manchmal Wunder.
Der Schmerz im Bewegungssystem kann morphologische oder funktionelle Ursachen haben. Er kann durch Entzündungen oder Muskelverspannungen verursacht werden, es kann sich aber auch um verschiedene Schmerztypen handeln, die entweder von geschädigten oder zerstörten Nervenbahnen selbst (Nervenschmerz) oder von Schmerzfühlern in den Geweben (Nozizeptorenschmerz) erzeugt werden. Zu den Bewegungsschmerzen rechnen Experten auch die starken Schmerzen des sogenannten komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS), das oft nach Operationen und Verletzungen oder Nervenwurzelausrissen (Plexusausriss) entsteht.
Ein wesentlicher Mechanismus bei der Entstehung von Rückenschmerzen wurde erst kürzlich entdeckt: Unterschwellige Schmerzsignale aus der Muskulatur, die normalerweise keine Schmerzempfindung auslösen, können dennoch Nervenzellen im Rückenmark sensibilisieren, wenn sie sich oft wiederholen. Dann können selbst schwache Signale die Schmerzempfindlichkeit in der Muskulatur steigern und schließlich Dauerschmerzen verursachen.
Diese Beobachtung könnte erklären, warum beispielsweise das ständige Wiederholen gleichförmiger Bewegungen – was zwar die Muskulatur belastet, aber nicht direkt schmerzhaft ist –, langfristig zu Schmerzen führt, zum Beispiel im Rücken. Ein ständiger Impulsstrom führt darüber hinaus dazu, dass Nervenzellen des Rückenmarks Botenstoffe produzieren, die auch benachbarte Nervenzellen für ankommende Signale sensibler machen. Dann melden auch diese Nervenzellen Signale weiter, die normalerweise von den Endorphinen unterdrückt würden.
Solche Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zeigen, dass Entzündungen bei Muskel- und den meisten Rückenschmerzen keine oder kaum eine Rolle spielen. Vielmehr genügt allein die Muskelspannung, um Schmerz zu erzeugen. Gleichwohl werden in der Therapie von Rückenschmerzen vor allem entzündungshemmende Substanzen eingesetzt.
Rückenschmerz: Neue Behandlungskonzepte, Deutscher Schmerztag 2007, Pressemitteilung 06/15.3.2007
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Mit dem Schmerz verhält es sich wie mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Er kann vor Schaden bewahren, aber auch zum unbarmherzigen Tyrannen werden und ebenso sinnlos wie unablässig quälen.
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