
Altern verändert
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(photocase.com © Jela65)
Bereits zwischen 30 und 35 degenerieren Knochen, Bänder und Knorpel. Eine Abnahme der Muskelkraft ist nicht nur auf einen altersbedingten Verlust an Muskelmasse zurückzuführen.
Altern unterliegt einem genetisch programmierten Prozess. Allerdings bestimmen die Lebensbedingungen und der Lebensstil, wie schnell der Prozess im Einzelfall abläuft. Folglich kann es zwischen dem kalendarischen und dem biologischen Alter große Unterschiede geben. Während das kalendarische Alter den Gesetzmäßigkeiten der Zeit unterliegt, kann das biologische Alter vom Menschen beeinflusst werden. Ein entscheidender Faktor auf dem Weg, das biologische Alter positiv zu beeinflussen, ist körperliche Aktivität. Warum? Darum:
Die sichtbarsten altersspezifischen Veränderungen des menschlichen Körpers zeigen sich am passiven Bewegungssystem. Bereits zwischen 30 und 35 degenerieren Knochen, Bänder und Knorpel. Ab dem 40. bis 45. Lebensjahr wird der Knochen durch Entmineralisierung in seiner Struktur so umgebaut, dass das Skelett nicht mehr hundertprozentig belastbar ist. Der Vorgang läuft bei Frauen früher ab als bei Männern, da der in den Wechseljahren auftretende Mangel an Sexualhormonen das Ganze beschleunigt. Mit der Folge, dass jede zweite Frau und jeder fünfte Mann über Fünfzig zur Gruppe der Gefährdeten für Osteoporose gehören, weil die Knochendichte zu gering ist.
Die Knorpelstrukturen verlieren mit zunehmendem Alter an Flüssigkeit und dadurch an Elastizität und Funktionsfähigkeit. An den Gelenken kann dies im weiteren Verlauf zu verschleißbedingten Erkrankungen – den Arthrosen – führen. Abgenutzte Bandscheiben, die hauptsächlich aus Faserknorpel bestehen, sorgen für Rückenschmerzen.
All diesen Veränderungen lässt sich durch eine gute Versorgung des Muskel-Skelett-Systems entgegenwirken, also durch Bewegung, regelmäßiges Muskelkrafttraining und, nicht zu vergessen, eine angepasste Ernährung. Wissenschaftler der Universität Potsdam haben anlässlich des 40. Deutschen Sportärztekongresses im September 2007 in Köln Zahlen vorgelegt, denenzufolge bereits jugendlichen Sportlern Magnesium, Eisen, Jod, Folsäure und Kalzium fehlt.1
Wenn mit zunehmendem Alter die Muskelkraft abnimmt, so ist das einerseits auf einen altersbedingten Verlust an Muskelmasse (etwa vier Prozent pro Lebensjahrzehnt) zurückzuführen, andererseits sinken die Kalzium- und Kaliumkonzentrationen sowie Energiereserven (Glykogen) im Muskel. Dadurch verringert sich auch die Trainierbarkeit der Muskelkraft im Alter. Wesentliche Gründe hierfür sind Bewegungsmangel und folglich der Verlust der elastischen Elemente des Muskels, wodurch auch dessen Dehnbarkeit und damit die allgemeine Beweglichkeit erheblich abnimmt. Außerdem reduziert sich der Energieumsatz in Ruhe aufgrund des schwindenden Anteils aktiver Muskelmasse.
Effekte eines gezielten Muskeltrainings
Muskelkraft und Muskelmasse lassen sich in jedem Alter aufbauen, selbst jenseits von 65, wie zahlreiche Studien zeigen.2 Eine gezielte Kräftigung jener Muskeln, die bevorzugt zum Schwächeln neigen – das ist vor allem die Muskulatur des oberen Rückens, die Bauch-, Gesäß- und Beinmuskulatur –, hat wunderbare Effekte.
Innerhalb weniger Wochen wird
kurz: die „Alltagstauglichkeit“ erhöht sich deutlich.
Die Übersicht fasst die wichtigsten Veränderungen im passiven und aktiven Bewegungssystem mit fortschreitendem Alter zusammen.
| Bereich | Veränderungen |
| Knochen | Verlangsamung des Stoffwechsels Entmineralisierung ab etwa dem 40sten Lebensjahr Verminderte Zug- und Druckfestigkeit Risiko Osteoporose |
| Sehnen, Bänder, Knorpel | Wasserverlust des hyalinen Knorpels Verringerete Belastbarkeit (Arthrosegefahr) Verminderte Ernährung des Knorpelgewebes Verminderte Produktion von Gelenkflüssigkeit Längenzunahme der Bänder, dadurch Gelenkinstabilität Abnahme der Elastizität von Sehnen und Bändern, dadurch Abnahme der Beweglichkeit |
| Wirbelsäule | Degeneration der Bandscheiben Abnahme des Wassergehalts Abnahme der Beweglichkeit |
| Muskulatur | Abnahme der Muskelmasse etwa ab dem 30sten Lebensjahr Abnahme des Wassegehalts, der Kalium- und Kalziumkonzentration Abnahme der Energiespeicher Verminderung der Durchblutung Abnahme der elastischen Elemente |
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1 Kronenberger S.: Junge Sportler sind oft mangelernährt.
Medical Tribune Deutschland, Ausgabe 40 / 2007
2 Graves/Franklin 2001; Aniansson et al. 1984; Grimby et al.
1982 etc.
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
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