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Muskelskelettsystem

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Muskelskelettsystem: Komplizierte Kooperation

Und sei sie noch so winzig: Jede Bewegung setzt ein diffiziles Zusammenspiel jener beiden Systeme voraus, die den Bewegungsapparat ausmachen – das Skelett- und das Muskelsystem.


 

Während das Skelettsystem aus Knochen, Gelenken und Bändern besteht, umfasst das Muskelsystem neben den Muskeln die Sehnen, Muskelbinden (Faszien), Schleimbeutel und Sehnenscheiden. Knochen und Bänder übernehmen passive statische Aufgaben, die Muskulatur erfüllt aktive Stütz- und Bewegungsfunktionen. Entsprechend wird zwischen aktivem und passivem Bewegungssystem unterschieden.

Passives Bewegungssystem

Die Knochen

bilden ein stabiles inneres Gerüst, das den Körper stützt und ihn im Zusammenwirken mit den Muskeln formt. Außerdem verleiht es ihm Bewegungsfähigkeit, schützt die empfindlichen inneren Organe wie Gehirn, Herz und Lunge, Harnblase und Teile des Darms. Nicht zuletzt ist es eine Produktionsstätte für Blutzellen und ein Speicherort für Mineralien. Jeder der etwa 206 Knochen des Skeletts hat eine bestimmte Aufgabe. Die Knochen sind entweder fest oder beweglich miteinander verbunden.

Gelenke

stellen die bewegliche Verbindung zweier Knochen dar und werden – je nach Form und den daraus resultierenden Möglichkeiten ihrer Bewegung – unterschieden in Scharnier-, Dreh- oder Radgelenk, in Ei-, Sattel- und Kugelgelenk. Alle Gelenke sind im Wesentlichen gleich aufgebaut: Die Gelenkflächen sind von Knorpel überzogen und von einer binde-
gewebigen Gelenkkapsel umgeben. Deren innere Schicht sondert Gelenk-
schmiere (Synovia) ab, die bei Bewegung die Gelenkflächen schmiert und gleitfähig macht. Außerdem dient sie der Ernährung des Knorpels.

Aktives Bewegungssystem

Die Muskulatur

Etwa 400 Einzelmuskeln von unterschiedlichster Form und Größe sorgen für ein bestimmtes Maß an Spannung, ohne die wir uns gegen die Schwerkraft der Erde nicht aufrecht halten könnten. Entsprechend machen sie rund 40 Prozent unseres Körpergewichts aus. Darüber hinaus sind sie darauf spezialisiert, auf Nervenimpulse zu reagieren, die willentlich gesteuert werden. Das heißt, wenn Sie etwas aufheben oder tragen oder auf einen bestimmten Platz zugehen, müssen Sie das vorher wollen, sonst kommt diese Bewegung nicht zustande. Unser ganzer Bewegungsapparat wäre nutzlos, wenn das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) keine Informationen und Gedanken verarbeiten, empfangen oder weiterleiten könnten. Es gibt natürlich auch Aktionen, die keiner bewussten Steuerung unterliegen, ein Beispiel ist das Stolpern.

Eiserner Wille allein genügt hingegen nicht, um sportlich zu glänzen. Ohne trainierte Muskulatur und ein harmonisches neuromuskuläres Zusammenspiel – eine gute Koordination – ziehen Sie sich höchstens Verletzungen zu. Muskelverletzungen gehören zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt, jeder vierte Sportler hat mindestens einmal im Jahr eine Muskelverletzung.1 Ein Muskel braucht ständiges Training. Wird er nicht benutzt, so schwindet seine Masse – er verkümmert (atrophiert) durch Inaktivität.

Aktiv oder passiv – der ganze Bewegungsapparat wird jeden Tag erheblich belastet. So wirkt bei jedem Schritt das Zwei- bis Dreifache des Körpergewichts auf das Hüftgelenk. Beim Heben und Tragen wirken Kräfte auf Wirbelsäule und Bandscheiben, die das Körpergewicht ebenfalls mehrfach übertreffen. Einige Berufe, die ständiges Tragen schwerer Lasten, Zwangshaltungen oder die Arbeit an speziellen Geräten erfordern, erweisen sich zusätzlich als hochriskant. Zu den häufigsten Folgen gehören Bandscheibenschäden und Arthrosen.

Weitere Informationen

Jede orthopädisch-rheumatologische Klinik oder Fachabteilung, jeder niedergelassene Internist mit Schwerpunkt Rheumatologie und jeder Orthopäde stehen als professionelle Ansprechpartner für die Behandlung des Muskel-Skelett-Systems zur Verfügung. Im Internet:

Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie: dgnc.de

Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.:
schmerz-therapie-deutschland.de

Deutsche Wirbelsäulengesellschaft: dwg.org

____________________

1 Steinbrück, K. (Hrsg.): Sportverletzungen und
  Überlastungsschäden, Ciba-Geigy-Verlag, Wehr, 1992

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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