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(panthermedia.net © Giuseppe G.)
In Deutschland kommt etwa jeder fünfte Bandscheibenpatient unters Messer. Anstelle großer, offener Eingriffe wenden Mediziner heute neue minimalinvasive oder mikrochirurgische Therapiekonzepte an. Katheter, Hitzesonde oder Mikrolaser beseitigen Schmerzen und schonen den Körper.
Auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie hat sich viel getan. Heutzutage gilt die Aussage „Damit müssen Sie leben“ nicht mehr, denn mit modernen Behandlungsmethoden kann fast jedem Patienten geholfen werden. Bei den Bandscheibenoperationen können dank der „Schlüsselloch-Chirurgie“ – der minimalinvasiven und wenig invasiven Operationstechniken – die heute existierenden und sich ständig entwickelnden Verfahren in vielen Fällen ausreichen, um die Schmerzen zu beheben. Als invasiv werden in der medizinischen Diagnostik und Therapeutik alle Methoden bezeichnet, die in den Körper eindringen. Minimalinvasiv steht als Oberbegriff für operative Eingriffe mit kleinster Verletzung der Haut und Weichteile. Das bedeutet für Bandscheiben-Operationen: Vorgefallenes Bandscheiben-
gewebe wird entfernt, was den Nerv sofort entlastet.
Der Operateur gelangt durch einen wenige Millimeter großen Verwen-
dung einer dünnen Sonde mit Optik und Lichtquelle (Endoskop) an die geschädigte Bandscheibe. Über diesen sogenannten Arbeitskanal werden Instrumente eingeführt, die an den Inhalt des Arztkoffers für Kinder erinnern. Jetzt besteht die Möglichkeit, das vorgefallene Band-
scheibengewebe mit feinen Fasszangen zu entfernen. Oder es wird über eine Öffnung an der Sondenspitze angesogen und mit einem integrierten Messer abgetrennt. Danach wird es automatisch abgesaugt.
Um den Eingriff ständig kontrollieren und die Instrumente exakt positio-
nieren zu können, werden bildgebende Verfahren wie die Magnet-
Resonanz-Tomographie (MRT), die Computertomographie oder Röntgenverfahren genutzt. Besonders vorteilhaft für den Patienten ist die MRT, denn sie kommt ohne schädigende ionisierende Strahlung aus.
Mikrochirurgen setzen auf sehr feine Instrumente unter direkter Sicht einer Lupenbrille beziehungsweise eines 3D-Operationsmikroskop, das starke Vergrößerungen der Operationsgebiete gewährleistet – und damit eine gute Übersicht sowie Einblicke auch in tiefer gelegene Strukturen. Der Zugang erfolgt über einen wenige Millimeter bis maximal drei bis vier Zentimeter langen Hautschnitt. Als Zugang zur Wirbelsäule wird bei-
spielsweise ein sogenannter Trokar genutzt, das ist ein kürzeres und noch schlankeres Röhrchen als das Endoskop.
Beide Verfahren haben im Vergleich zu den klassischen offenen Opera-
tionen mit ausgedehnterem Schnitt, die über Jahrzehnte als „Gold-
standard“ galten, für den Patienten deutliche Vorteile. Daher werden offene Operationen von Spezialisten zumindest bei Bandscheiben-
vorfällen heute nicht mehr durchgeführt.
Ob endoskopisch oder mikrochirurgisch – in beiden Fällen bewirken kleine Schnitte, dass
Endoskopische Eingriffe sind aus Patientensicht das schonendste Verfahren überhaupt. Dennoch ist im Vergleich zur Mikrochirurgie anzumerken, dass
Sowohl bei der Endoskopie als auch bei der Mikrochirurgie kann durch Lasereinsatz dreierlei erledigt werden:
Echte Könner sind in der glücklichen Lage, je nach Einzelfall die optimale Operationstechnik auswählen zu können. Die Kunst besteht in der korrekten Indikationsstellung für das eine oder andere Verfahren.
„Selbst bei ausgeprägtem Verschleiß der Bandscheiben und zusätzlich der Wirbelgelenke kann einerseits das gezielte Veröden der Schmerz-
punkte an den Wirbelsäulengelenken die Schmerzleitung von den Gelenken zum Gehirn unterbrechen, andererseits kann eine nachfolgende Mikrolaserbehandlung die erforderliche Schrumpfung des vorgewölbten oder vorgefallenen Bandscheibengewebes erzielen, so dass offene Operationen meist vermieden werden können“, so Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist in München gegenüber Medmonitor.
Bundesverband Ambulantes Operieren e.V.
Zimmer Germany GmbH: Hintergrundinformation 2005
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
In Deutschland kommt etwa jeder fünfte Bandscheibenpatient unters Messer. Anstelle großer, offener Eingriffe wenden Mediziner heute neue minimalinvasive oder mikrochirurgische Therapiekonzepte an. Katheter, Hitzesonde oder Mikrolaser beseitigen Schmerzen und schonen den Körper.
Die seriöse Forschung streitet sich: Versteifungsoperation oder zweite Bandscheibe bei fortgeschrittener Degeneration?