
Nach der Operation
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(panthermedia.net © Nina K.)
Ein kranker Rücken braucht starke Muskeln, um zu genesen.
In der Rehabilitationsmedizin hat ein wichtiger Umdenkprozess statt-
gefunden: Weg von der passiven und ruhigstellenden Therapie hin zu einer aktiv mobilisierenden. Während es früher lapidar hieß: „Schonen Sie sich“, gilt heute: Wer sich schont, schadet sich. Entsprechend findet heute eine umfassende, individuelle Analyse und Diagnostik des Patienten statt: Was kann er? Was muss er aus beruflichen oder sozialen Gründen nach der Therapie können?
Eine frühe Mobilisation wird durch die minimalinvasiven und mikro-
chirurgischen Verfahren unterstützt, nicht selten sind umfangreiche Reha-Maßnahmen nach mikrochirurgischen Eingriffen bei Bandscheiben-
operationen nach Vorwölbungen oder Vorfällen gar nicht nötig.
„Die Erholungsphase ist nach einem derartigen Eingriff recht kurz“, so der Münchner Neurochirurg Dr. Matthias Schröder gegenüber Orthopress.1 „Die Patienten bleiben nur etwa fünf Tage in stationärer Betreuung und sollten sich anschließend zwei bis drei Wochen schonen, am besten Urlaub zu Hause verbringen.“
Danach beginnen Sie mit einer individuell auf Sie abgestimmten Physiotherapie:
Wenn Sie vor der Operation bereits Sport getrieben haben, können Sie diesem Sport nach einer Pause wieder nachgehen, sofern er noch geeignet erscheint. Das wird sich in einer Beratung herausstellen.
„Bei zerschlissenen Bandscheiben lässt sich mit einem Ersatz durch Implantate die volle Belastbarkeit oft schneller erreichen als mit tradi-
tionellen Versteifungsoperationen.“ Das berichtete Professor Michael Mayer, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Orthozentrums München, anlässlich des Deutschen Wirbelsäulenkongresses 2006 in München.2
Unter Berufung auf mehrere internationale Studien erläuterte Mayer, beim Einsatz von Implantaten seien mehr als 60 Prozent der Patienten ein halbes Jahr nach der Operation wieder voll arbeitsfähig, bei einer Versteifungsoperation nur 25 Prozent.
Für die postoperative Rehabilitation sind von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) folgende Ziele definiert worden:
Es kann auch passieren, dass es einem Patienten nach einer Rücken-
operation nicht besser geht, sondern schlechter. Auf dem Deutschen Schmerzkongress 2007 in Berlin wurden Daten internationaler Hoch-
rechnungen vorgestellt, wonach dies auf mindestens 15 Prozent aller Patienten zutrifft. Für Deutschland heißt das: Bei jährlich rund 230.000 Rückenoperationen sind es etwa 35.000 Patienten.3 Gründe dafür gibt es viele. Risikofaktoren beim Patienten sind vor allem die Schmerzdauer und Ausbreitung der Symptomatik vor dem Eingriff sowie emotionale und Verhaltensfaktoren vorher und nachher.
Dazu gehören:
Diese Patienten können mit Hilfe eines verhaltenstherapeutischen Kurzzeit-Motiviationstrainings anregt werden, die Alltagsaktivitäten bald wieder aufzunehmen und das Verhalten zu verbessern. Denn misslingt eine Rücken-OP, kann der Schmerz chronifizieren und der Patient noch Jahre später darunter leiden.
AWMF online: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Leitlinie Bandscheibenvorfall
Deutscher Schmerzkongress 2007, Berlin
Schmerz verstehen. Schmerz behandeln. Schmerz vergessen. Das Rückenbuch. Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen, München
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1 Mikrochirurgie oder Endoskopie: Moderne Bandscheiben-
operationen auf dem Prüfstand. Orthopress, 04/2005, S. 8
2 Implantate können zerschlissene Bandscheiben ersetzen.
dpa, 01.12.2006
3 Rücken-OP: Psychosoziale Faktoren beachten und beeinflussen
Journalmed,14.11.2007
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
In Deutschland kommt etwa jeder fünfte Bandscheibenpatient unters Messer. Anstelle großer, offener Eingriffe wenden Mediziner heute neue minimalinvasive oder mikrochirurgische Therapiekonzepte an. Katheter, Hitzesonde oder Mikrolaser beseitigen Schmerzen und schonen den Körper.
Die seriöse Forschung streitet sich: Versteifungsoperation oder zweite Bandscheibe bei fortgeschrittener Degeneration?