
Diagnostik
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Eine moderne Schmerzdiagnostik konzentriert sich nicht nur auf eine neurologische Untersuchung, mit der die schmerz-
auslösenden Nerven bestimmt werden.
Es werden sowohl biologische als auch seelische und soziale Ursachen der Schmerzen aufdeckt.
Am Anfang steht eine klassische ärztliche Tugend – das ausgiebige Gespräch, um die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten zu klären: Können andere, womöglich akut bedrohliche Ursachen wie Brüche oder Tumoren die Schmerzen auslösen? Liegen bestimmte Hinweise für psychische oder soziale Faktoren vor, die das Risiko für lang anhaltende Chronifizierung oder schwere Behinderung erhöhen – etwa ängstliches Vermeiden von Bewegungen, Depressionen, Probleme am Arbeitsplatz oder finanzielle Sorgen?
Ebenso einfach wie effizient ist die 3-A-Diagnostik: Patient ausziehen, anschauen und anfassen. Mit dieser Weichenstellung lassen sich frühzeitig leichte von schweren und unklaren Fällen trennen.
Ein wuchtiger Begriff für einfache Sinnestests durch leichtes Berühren der Haut: Mit der Quantitativen Sensorischen Testung werden die Reflexe, die Sensibilität, die Motorik, die Beweglichkeit und die Nervenleit-
geschwindigkeit untersucht. Die Schmerzausstrahlung erlaubt es, Rückschlüsse auf die beteiligten Nerven zu ziehen.
Danach muss entschieden werden, ob weitere (teure) Untersuchungen der Wirbelsäule in bestimmten Haltungen oder des betroffenen Wirbel-
säulensegments erforderlich sind.
Neben der normalen Röntgenuntersuchung kann in Einzelfällen eine Myelographie angezeigt sein: Das sind Aufnahmen des Rückenmarks mit Hilfe eines Kontrastmittels. Diese dienen der Darstellung von Hohlräumen, zum Beispiel des Spinalkanals. Der Spinal- oder Wirbelkanal ist der schützende Kanal innerhalb der Wirbelsäule, in dem das Rückenmark verläuft. Funktionsaufnahmen erfolgen in einer bestimmten Körperhaltung, um Ausmaß und Lage des Bandscheibenvorfalls beurteilen zu können.
Bei diesem Röntgenverfahren errechnet ein Computer sehr feine Schnitt-
bilder einer Körperregion, bildet sie ab und zeigt so Veränderungen auf, zum Beispiel der Knochen.
Eine spezielle Untersuchung, bei der unter lokaler Betäubung und Röntgenkontrolle ein Kontrastmittel in die Bandscheibe injiziert wird. Bei etwa 30 Prozent der Patienten lassen sich feine Risse im Faserring nachweisen, die weder auf einer Röntgenaufnahme noch im CT erkennbar sind.
Ein Verfahren zur Abbildung von Körperregionen mit elektromagnetischen Wellen, das Schnittbilder in verschiedenen Ebenen erzeugt. Untersucht werden vor allem die Muskulatur und andere Weichteilstrukturen (Sehnen, Bänder) und Knorpelgewebe (Bandscheiben).
Beim Bandscheibenvorfall gibt es keine Standardtherapie. Für welches Operationsverfahren Sie der geeignete Kandidat sind, wird idealerweise erst diskutiert, wenn alle Befunde vorliegen. Dann erfolgt auch eine intensive Aufklärung hinsichtlich der Durchführung und möglichen Komplikationen, der Erfolgsaussichten und Wiederholungsgefahr.
Die Wirbelsäulenchirurgie: Moderne Technologie für die Diagnose chronischer Rückenschmerzen. Alphaklinik, München
Deutscher Schmerztag 2003, Frankfurt/Main
Zimmer Germany GmbH: Hintergrundinformation 2005
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
In Deutschland kommt etwa jeder fünfte Bandscheibenpatient unters Messer. Anstelle großer, offener Eingriffe wenden Mediziner heute neue minimalinvasive oder mikrochirurgische Therapiekonzepte an. Katheter, Hitzesonde oder Mikrolaser beseitigen Schmerzen und schonen den Körper.
Die seriöse Forschung streitet sich: Versteifungsoperation oder zweite Bandscheibe bei fortgeschrittener Degeneration?