
Vielfältige Ursachen
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(photocase.com © kamirika)
Manche haben extrem widerstandsfähiges Knorpelgewebe, bei anderen entstehen Arthrosen durch ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit. Die Ursachen können vielfältig sein.
Ob an Händen, Hüften, Knien: In einem gesunden Gelenk wirkt der Knorpel wie ein Gummipuffer. Gelenkschmiere hält ihn weich und geschmeidig. Falls sich eine Arthrose nicht vermeiden lässt, dann lässt sie sich nicht nur mit altersgemäßem Verschleiß erklären.
Zumal „das Wort Verschleiß etwas irreführend ist“, so Professor Michael Mayer, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Orthozentrums München, gegenüber der VdK-Zeitung.1 „Oft sind es frühere Unfälle oder eine Fehlbelastung von Gelenken, auch Übergewicht.“ Man spricht von endogenen und exogenen Faktoren, das sind von innen beziehungs-
weise von außen wirkende Faktoren.
All das kann den Knorpel in einem schleichenden Prozess austrocknen und abrubbeln wie ein Radiergummi. Bis die für eine Arthrose typischen Gelenkschwellungen und -schmerzen auftreten, können Jahre vergehen.
Übergewicht gilt als der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer Arthrose. Nicht nur, weil das Gewicht die Gelenke regelrecht erdrückt, sondern weil die Körperfettmassen (vor allem das innere Bauchfett) den Stoffwechsel übel verändert. Beispielsweise fördern erhöhte Harnsäure-, Cholesterin- und Leptinwerte die Degeneration von Knorpel- und Knochengewebe. Eine kontraproduktive Rolle spielt hier die Arachidonsäure, die reichlich in fettigen tierischen Lebensmitteln wie Sahne, Schweineschmalz, Kotelett sowie der Haut von Geflügel steckt und die Bildung von Entzündungszellen anregt. Arachidonsäure ist reines Gift, nicht nur für Rheumatiker.
Sportbedingte Meniskus- und Kreuzbandverletzungen im Knie oder schlecht verheilte Brüche bergen ebenfalls ein hohes Arthroserisiko. Nicht zuletzt fordern selbst unter modernen Arbeitsbedingungen ausgeprägte und einseitige Belastungen des Muskel-Skelett-Systems im Beruf die Unternehmen und Beschäftigten heraus.
Bei den Erkrankungen, die häufig von einer Arthrose begleitet werden, steht die Osteoporose im Vordergrund, an der rund zwei Drittel der Patienten zusätzlich leiden. Gelenkschäden gehen zudem einher mit hohem Blutdruck und erhöhten Blutfettwerten. Es kann sogar ein Zusammenhang zu Schilddrüsen- und Bronchialerkrankungen hergestellt werden.2
Beinahe jedes dritte Kind, so schätzen Kinderärzte, hat im Klein- oder Schulkindalter gelegentlich mit Gelenk- oder Muskelschmerzen zu tun. Die Ursachen der Beschwerden sind unklar. Es finden sich oft keinerlei Veränderungen an den Knochen und Gelenken. Labortests bleiben unauffällig.
Obwohl die Schmerzen in aller Regel harmlos sind, sollten sie nicht bagatellisiert werden. Halten sie länger an, können sich ernsthaftere Erkrankungen, beispielsweise kindliches Rheuma, dahinter verbergen. Und: 60 bis 80 Prozent der Kinder haben einen Beckenschiefstand. Auch Fehlhaltungen, wie der hohlrunde Rücken („Hohlkreuz“) sind sehr häufig.3
Da Kinder Schmerzstärke und -ort häufig nicht sicher angeben können, ist die Diagnostik und Behandlung oft schwierig und erfordert Erfahrung.
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1 Dachs, P., für Sozialverband VdK Deutschland; VdK-Zeitung:
Interview: Aktiv bleiben trotz Arthrose. September 2007
2 Nationales Gesundheits-Survey des Robert Koch-Instituts, Berlin.
Auswertung an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg
von 6200 befragten Personen zwischen 18 und 79 in den Jahren
1997 bis 1999
3 Der Deutsche Schmerztag 2007: Pressemitteilung 08, 15.März
2007, "Die Vier-A-Therapie bei Rückenschmerzen"
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Sind es bereits Anzeichen einer Arthrose, wenn man nach längerem Sitzen mit einem stechenden Schmerz im Kniegelenk aufsteht? Oder wenn während des Trainings die Schulter-
gelenke knirschen?
Wer rastet, rostet: Dieses Motto gilt bei Arthrosen besonders, da wirkliche Heilung nicht in Sicht ist.
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