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Stufengerechtes Vorgehen

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Stufengerechtes Vorgehen: Welche Therapie bei welchem Arthrose-Grad?

In Deutschland liegen europäische und amerikanische Richtlinien zur Arthrosetherapie vor, werden aber wohl nicht genügend im medizinischen Alltag berücksichtigt.

So bedeutsam Bewegung, Physiotherapie, Akupunktur und eine gegebenenfalls differenzierte Schmerztherapie auch sind – interessanterweise ist der Stellenwert dieser sogenannten konservativen Verfahren im Vergleich zur operativ-chirurgischen Orthopädie geringer. Gerade bei den Knie- und Hüftarthrosen haben Kunstgelenke Hoch-
konjunktur; sie gelten als attraktiver, wenngleich die Versprechungen, die den Patienten zum Gelenkersatz gemacht werden, nicht immer eingehalten werden können. Nach Ansicht von Experten könne nach wie vor durch konsequente Bewegungsangebote im Alltag manche Operation vermieden oder auf lange Sicht gar hinausgezögert werden.

Dennoch lässt sich nicht pauschal sagen, welches Therapiekonzept bei welchem Grad der Arthrose sinnvoll ist – jedenfalls noch nicht. Auf dem Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2007 in Berlin hat der amerikanische Schmerzforscher Professor William Maixner einen Gentest vorgestellt, der in Zukunft exakt vorhersagen soll, welche Therapien den größten Behandlungserfolg bei Arthrose und Wirbelsäulenerkrankungen versprechen. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass die Anfälligkeit für diese und weitere chronische Erkrankungen des Bewegungsapparats genetisch mitbestimmt wird und dass die Entscheidung für ein Medikament oder eine Operation mit größerer Sicherheit getroffen werden kann, wenn die Gendisposition bekannt ist.

Dem Lebensstil und den Lebensumständen angepasst

Solange keine weiteren Studien dazu eine genauere Aussagekraft zulassen, empfehlen Experten ein stufengerechtes, an den Patienten und seinen Lebensstil/seine Lebensumstände angepasstes Vorgehen.

Professor Niklaus F. Friederich, Chefarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, Kantonsspital Bruderholz/Basel, spricht die Empfehlungen zwar für die Kniegelenks-
arthrose aus, sie lassen sich jedoch bis zu einem gewissen Grad auch auf andere Arthrosearten übertragen, vor allem auf die des Hüftgelenks:

„Der den Patienten beratende Orthopäde sollte in der Lage sein, alle Aspekte der Therapie der Arthrose zu beherrschen, das heißt gelenkerhaltend, Knorpelersatztherapien bis hin zum operativen Gelenkersatz. Es gibt an unserer Klinik bei den Patienten keine fixierten Altersgrenzen für die eine oder andere Therapie, aber es gibt definierte Algorithmen, wo auch die Lebensumstände, berufliche Aktivität, sportliche Ansprüche, allgemeine Umstände, Nebendiagnosen etc. in das Therapiekonzept einbezogen werden.“1 Hinsichtlich der unzähligen Medikamente zur Arthrosetherapie hält sich Friederich an die von den Rheumatologen der Schweiz aufgestellten Behandlungsrichtlinien. „Die Rheumatologen sind uns da deutlich voraus. Sie haben klare Behand-
lungsstrategien erarbeitet und aufgelistet.“

Grenzen der konservativen Therapie

Die Grenze der konservativen Therapie ist für Friederich erreicht, wenn

  • Dauerschmerzen auftreten,
  • Schmerzmittel keine Wirkung mehr haben,
  • die Nebenwirkungen der meist oral einzunehmenden Schmerzmittel und/oder Injektionen den therapeutischen Effekt bei weitem überwiegen.

Dann rät Friederich wiederum zu einem Stufenplan der operativen Therapie, für den der Aktivitätsgrad des Patienten entscheidend ist.

 

 

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1 Krämer, A.: Konservative Therapie bei Gonarthrose – individuelle
   Therapie erforderlich. Universimed, 16.10.2007

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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