
Krebs und Hormone bis 2002
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Die Hormontherapie polarisiert. Mehr oder minder radikale Feinde und Freunde gibt es unter Ärzten, Patientinnen und Journalisten.
Die Hormonersatztherapie (HET) oder Hormontherapie (HT) oder Hormon Replacement Therapy (HRT) mit Östrogenen und Gestagenen wird seit nahezu 40 Jahren zur Behandlung klimakterischer Beschwerden eingesetzt. Als „Jungbrunnen“ und „Wunderhormon“ für das „System Frau" von der Pubertät bis ins Grab begann das 17-Beta-Östradiol in den 1960er Jahren in den USA seinen Siegeszug und wurde fortan nach der Devise „Viel hilft viel“ ziemlich hoch dosiert. Die Euphorie endete von jetzt auf gleich in den 1970er Jahren: Frauen entwickelten unter diesem Großeinsatz ein vier- bis achtmal höheres Risiko, an einem Krebs der Gebärmutterschleimhaut zu erkranken.
Dreißig Jahre später ist man aus der Experimentierphase lange heraus, eine Hormontherapie darf nicht mehr nach Kriterien von damals vorgenommen werden. Zahlreiche Studien haben bis 2002 zwar zu einer realistischeren Einschätzung der Vor- und Nachteile einer HRT in Bezug auf das Krebszellwachstum geführt. Es gilt zum einen: Östrogene sind keine Onkogene – keine krebserzeugenden Substanzen.
Ob eine Hormontherapie dennoch zum Fluch oder Segen wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab, vor allem von der
Faktoren, die nicht immer angemessen berücksichtigt werden, zumal riesengroße Beobachtungsstudien (z.B. die Nurses Health Study mit über 100.000 Krankenschwestern) die HRT als Prävention vom Feinsten eigentlich gegen alles ausmachen - einschließlich gegen Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose, Demenz. Dennoch polarisiert die Hormontherapie. Mehr oder minder radikale Gegner und Befürworter gibt es unter Ärzten wie Patientinnen: Die einen bezeichnen die HRT als „Grundrecht der Frau“, die anderen als „Wider die Natur der Frau“. Für wieder andere ist sie weniger medizinische Behandlung denn Lifestyle-Therapie. Eine vierte Gruppe schließlich definiert den Ersatz der bisherigen Eigenproduktion seit jeher als hohe Kunst, die für jede Patientin maßgeschneidert sein müsse, wolle man Risiken und Nebenwirkungen so gering wie möglich halten.
Nicht von ungefähr hat Professor Christian Lauritzen, Ulm, einer der großen deutschen Gynäkologen im Ruhestand, die Hormonbehandlung als „Therapie für Weise“ bezeichnet: Ein ausgewiesener Hormonexperte soll nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Analyse immer gemeinsam mit einer gut aufgeklärten Patientin eine Hormontherapie beschließen. So verschieden die Patientinnen, so verschieden ihre Therapien – gegebenenfalls auch ohne Hormone, da diese nicht für jede Frau geeignet sind. Nicht zuletzt gibt es genügend Frauen, die ein Unbehagen dabei spüren, natürliche Prozesse durch Hormone steuern zu lassen.
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Die Wechseljahre sind ein fester Bestandteil des Alterungsprozesses. Allerdings nur des weiblichen. Männer kommen auch in die Jahre, aber nicht in die Wechseljahre.
MehrDer Erhalt der Lebensqualität ist ein wichtiges Kriterium für eine Hormontherapie und sollte nicht unterschätzt werden.