
Konsequenzen
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"Grundsätzlich sollte die Entscheidung zur Hormonsubstitution individuell gefällt werden. Besonders beim Mammakarzinom ist zu beachten, dass andere Risikofaktoren statistisch wesentlich wichtiger sind als eine HRT."
Auch die jüngsten Studienergebnisse verdeutlichen, dass die HRT nicht eindeutig zu beurteilen ist, sondern dass sehr unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Entsprechend muss der Nutzen der Hormontherapie und vor allem das damit verbundene Brustkrebsrisiko für jede Frau mehr denn je individuell eingeschätzt und sorgfältig abgewogen werden.
Das wiederum setzt intensives Wissen um die gesamte Datenlage bei jenen Ärzten voraus, die sich mit der Betreuung und Gesunderhaltung der Frau in den Wechseljahren beschäftigen. Nicht von ungefähr hat einer der großen deutschen Gynäkologen und Hormonspezialisten, der emeritierte Professor Christian Lauritzen, Ulm, die HRT schon in den 1990er Jahren als „Therapie für Weise“ bezeichnet.
Für Professor Alfred O. Mueck, Leiter des Schwerpunktes für Endokrinologie und Menopause an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen, ergeben sich im Wesentlichen zwei Konsequenzen:1
„Grundsätzlich sollte die Entscheidung zur Hormonsubstitution individuell gefällt werden. Besonders beim Mammakarzinom ist zu beachten, dass andere Risikofaktoren wie Übergewicht, Alkoholkonsum und eine späte erste Geburt statistisch wesentlich wichtiger sind als eine HRT. Sport und gesunde Ernährung können andererseits das Risiko für ein Mammakarzinom deutlich senken. Anleitungen zu einem gesunden Lifestyle sind daher eine ungeheuer wichtige ärztliche Aufgabe“, schreibt Dr. Katharina Schuchter, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Wien, im Journal für Menopause.2
Dass auch Ärzte ihr Vertrauen in die HRT wiedergefunden oder gar nicht erst verloren haben, zeigt eine Umfrage bei 600 Fachärzten in fünf EU-Ländern und den USA: 96 Prozent würden sich oder ihren Familienmitgliedern bei entsprechender Symptomatik nach wie vor Hormone verordnen, um die eingeschränkte Lebensqualität zu normalisieren.3
Konsequenterweise sollten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie in Anspruch nehmen, um einen Tumor möglichst früh zu erkennen. In speziellen Brustkrebszentren erfolgt eine qualitätsgesicherte Untersuchung, die höchsten Ansprüchen gerecht wird. Wird ein Tumor im Frühstadium erkannt, so liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Internationale Studien haben gezeigt: Das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening kann die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken.
Immerhin haben die ersten WHI-Ergebnisse, nach denen es angeblich gesicherte Risiken für Brustkrebs und Herzinfarkte gab, die ganze Diskussion um die Hormontherapie erst ausgelöst.
„Herzinfarkt und Schlaganfall sind zwar nach wie vor die Haupttodesursachen bei Frauen – im Alter von 50 Jahren sind sie aber eher selten. Wenn Frauen in diesem Alter eine HRT beginnen, ist das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung – in absoluten Zahlen gesehen – so gering, dass wir es bei vielen Patientinnen vernachlässigen können. Entscheidend ist allerdings hier, Frauen mit hohem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu identifizieren“, so Dr. Katrin Schaudig, Fachärztin für gynäkologische Endokrinologie in Hamburg gegenüber Ärztliche Praxis.4
Nach den im März 2008 veröffentlichten neuen WHI-Daten5 ist das Risiko für eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems nicht mehr erhöht.
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1 Mueck, A.O.: Weiter positive Ergebnisse der WHI – Unter
Estrogenen allein eher Reduktion des Risikos für Brustkrebs und
Herzinfarkte! Gyne 04/2004
2 Schuchter, K.: Aktuelles: Hormonersatztherapie – Update 2005
3 International Menopause Society: HRT and the Menopause:
Time for Re-Evaluation, Zürich, 09.10.2007
4 Weber, C.: Frau Kollegin, wann verordnen Sie Hormone? Wie
eine Gynäkologin ältere Patientinnen in Sachen Hormonersatz
berät. Ärztliche Praxis, 16.01.07
5 Heiss G et al: Health Risks and Benefits 3 Years After Stopping
Randomized Treatment With Estrogen and Progestin. JAMA
2008;299(9):1036-1045
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Die Wechseljahre sind ein fester Bestandteil des Alterungsprozesses. Allerdings nur des weiblichen. Männer kommen auch in die Jahre, aber nicht in die Wechseljahre.
MehrDer Erhalt der Lebensqualität ist ein wichtiges Kriterium für eine Hormontherapie und sollte nicht unterschätzt werden.