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Hormontherapie

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Bild zum Thema Gynäkologie und Geburtshilfe, Wechseljahre, Hormontherapie

(photocase.com © Dommy)

Hormontherapie: Erst aufklären lassen, dann entscheiden

Für eine Hormontherapie gelten die gleichen Kriterien wie für jede medizinische Behandlung: Es muss gute Gründe geben. Mit der Pauschaldiagnose Hormonmangel ist es nicht getan.

Mit Ausnahme der Hitzewellen, die für einen Östrogenmangel typisch sind, treten alle anderen klassischen Wechseljahrbeschwerden bei jeder Frau in unterschiedlicher Kombination und Intensität auf. Ob unregelmäßige Blutungen, depressive Momente oder massive Erschöpfung – es kann immer auch andere Ursachen für die Beschwerden geben. Mit der Pauschaldiagnose Hormonmangel ist es daher nicht getan. Die Diagnose wird durch Gespräche und eine Reihe von Untersuchungen gestellt. Ergeben sich im Verlauf der Anamnese und bei der gynäkologischen Untersuchung Verdachtsmomente, werden weitere Untersuchungen wie die des Herz-Kreislaufsystems sowie der Blutgerinnungsfaktoren veranlasst.

Den Wünschen und Bedenken gerecht werden

Die Therapieentscheidung sollte stets nach einer individuellen Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen, die auch den Wünschen und Bedenken der Patientin gerecht wird. Selbst wenn sich die Aufregung, die durch die Women´s Health Initiative (WHI) ausgelöst wurde, gelegt hat, bleiben trotz heftiger Aufklärungsbemühungen angesehener Experten vielfach Unsicherheiten, Skepsis, Ängste, Aversionen. Kritische Fragen nach den Risiken der Hormontherapie sind wichtig – ebenso eine offensive Aufklärung in der Praxis, die diesen Namen verdient, vor allem in Bezug auf das Brustkrebsrisiko. Es bleibt Angstthema Nummer eins.

Selbstbestimmte Entscheidung fördern

„Deshalb sei wiederholt: Jede Frau in Deutschland hat ein relatives Risiko von etwa zehn Prozent, an Brustkrebs zu erkranken. Das mögliche Zusatzrisiko durch eine HRT liegt zwischen ein bis fünf Promille und überschreitet damit nicht die relativen Brustkrebs-Risiken, die mit dem persönlichen Lebensstil verbunden sind, z.B. Übergewicht, Zigarettenrauchen, regelmäßiger Alkoholgenuss“, so Dr. Barbara Fervers-Schorre, Fachärztin für Gynäkologie/Psychoanalyse und Psychotherapie in Köln.1

Vielleicht tragen auch die Empfehlungen der Deutschen Fachgesellschaften, herausgegeben von der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe dazu bei, Ihnen die Unsicherheit zu nehmen und eine selbstbestimmte Entscheidung zu fördern:

Für wen nicht?

Nutzen-Risiko-Bilanz

Anwendung

 

 

______________________

1 Fervers-Schorre, B.: Hormonersatztherapie postmenopausaler
   Frauen: Die Autonomie der Frau und die öffentliche
   Indoktrination – ein inakzeptabler Widerspruch. Gyne 10/2004,
   nach einem Vortrag 12/2003

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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