
Beschwerden
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(photocase.com © audiographer)
Die Umstellungen im Hormonsystem führen zu einer ganzen Reihe von vegetativen, seelischen und körperlichen Veränderungen. Das fängt im zentralen Nervensystem an und hört im Fettstoffwechsel noch lange nicht auf.
Weil Östrogene und Co. fast überall im Körper wirken, treten vegetative (willentlich nicht beeinflussbare) Beschwerden jetzt zum Teil neben seelischen und körperlichen Problemen auf. Diese erscheinen im Verlauf des Wechsels freilich nicht gleichzeitig und nicht bei allen Frauen gleich stark. Außerdem vermischen sie sich mit alterstypischen Beschwerden, folglich macht jede Frau andere Erfahrungen:
Von 10 Frauen zwischen 45 und 54 Jahren haben1
7 Hitzewallungen, Schweißausbrüche
7 Depressive Verstimmungen
7 Erschöpfungs- bzw. Überforderungssymptome
6 Gewichtszunahmen
5 Schlafstörungen
Machen Sie sich klar, dass all diese Symptome heftige Versuche Ihres Körpers sind, sich den Hormonumstellungen anzupassen. Wenn er sich daran gewöhnt hat, hören die Beschwerden meist von selbst wieder auf. Umso besser, wenn Sie nicht oder nur gering betroffen sind. Sie gehören dann zu dem Zweidrittel der Frauen, dem es ähnlich geht. Das dritte Drittel leidet, manche Frauen schwer.
Die statistische Formel dazu lautet:2

Die vielen Gesichter der hormonellen Sturzflüge bilden das sogenannte Klimakterische Syndrom, das im Wesentlichen drei Kategorien umfasst.
Hitzewellen, Nachtschweiß, Frösteln, Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen, Blutdruckschwankungen.
Erschöpfung, Depressivität, Ängstlichkeit, Aggressionen, Müdigkeit, Nervosität, Leistungsabfall, Konzentrationsprobleme.
Veränderungen von Haut und Schleimhäuten (z.B. Trockenheit der Scheide, daraus resultierend Schmerzen beim GV), Veränderungen des Harn-und Genitalsystems (z.B. Libidoverlust, Harnwegsinfekte), Veränderung der Körperbehaarung (z.B. Haarausfall), mehr oder minder ausgeprägte Gewichtszunahme, Veränderungen des Gefäßsystems, Veränderungen des Muskel-Skelett-Systems.
Diese Gliederung lässt sich noch einmal unterteilen: Die vegetativen und psychischen Beschwerden machen sich direkt mit Beginn des Hormonmangels bemerkbar. Die körperlichen Veränderungen entwickeln sich erst in den folgenden zehn bis 15 Jahren. Bei den wichtigsten Alterskrankheiten unserer Zeit ist Hormonmangel zwar ein Auslöser von vielen. Ob eine frühzeitig unter 60 Jahren beginnende, (auch zeitlich) individuell angepasste, niedrig dosierte Hormontherapie im Sinne einer Primärprävention allerdings dazu beitragen kann, natürliche Alterungsprozesse zu verlangsamen oder gar zu vermeiden, ist nicht mehr sicher …
Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (Angina Pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall), Inkontinenz, Osteoporose, (Morbus Alzheimer, Vaskuläre Demenz).
… beziehungsweise wird kontrovers diskutiert: „Wer im Vordergrund der postmenopausalen Hormonersatztherapie im Wesentlichen nur die Behebung von klimakterischen Beschwerden sieht, d.h. von Dysbalancen im vegetativen Steuerungssystem des weiblichen Organismus, … der denkt zu kurz …“, so der Essener Gynäkologe Dr. Uwe-Ernst Feldmann.3
Diese Aussage setzt eine Langzeitanwendung über mindestens fünf Jahre voraus. Die ist inzwischen – besser gesagt: derzeit noch – umstritten, denn wie jede medizinische Behandlung ist auch diese mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Außerdem ist eine Hormontherapie nicht für jede Frau geeignet. Bisher ungelöst ist nicht zuletzt die Frage, ob beziehungsweise wie schnell nach Absetzen der Hormontherapie die Schutzwirkung verloren geht.
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1 Feldmann, H.U. Peri- und postmenopausale Hormon-
substitution: Was ist Sache?! Gyne 1/2003, S. 1
2 Kleinfeld, V.: Starke Frauen, leichter Umgang mit den Wechsel-
jahren. Patientinnenvortrag
3 Ebda.
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Zuletzt geändert: 20.10.2008
Die Wechseljahre sind ein fester Bestandteil des Alterungsprozesses. Allerdings nur des weiblichen. Männer kommen auch in die Jahre, aber nicht in die Wechseljahre.
MehrDer Erhalt der Lebensqualität ist ein wichtiges Kriterium für eine Hormontherapie und sollte nicht unterschätzt werden.