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Anwendung

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Anwendung: Wie, wann, was?

Am sinnvollsten ist es, die Behandlung so zu gestalten, dass sie dem körpereigenen Prozess ähnelt.

Hohe Östrogenspiegel nach der Menopause widersprechen dem Alterungsprozess. Nicht nur aus dem Grund ist eine Hormonbehandlung hohe Kunst, sie muss maßgeschneidert sein und regelmäßig angepasst werden. Schon in den 1990er Jahren hat Professor Christian Lauritzen, Ulm, einer der großen deutschen Gynäkologen und Hormonspezialisten und lange im Ruhestand, die HRT als „Therapie für Weise“ bezeichnet.

Östrogene

  • werden so niedrig wie möglich dosiert;
  • werden mit einem passenden Gestagen kombiniert. Ausnahme: Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, erhalten nur Östrogene;
  • berücksichtigen die Beschaffenheit des Organismus;
  • werden dem Alter und Beschwerdebild angepasst.

Wenn es Gründe gibt, die gegen eine HRT sprechen (Kontraindikationen), müssen die Vorteile in jedem Einzelfall gegen die möglichen Nachteile abgewogen werden.

Die Anwendung dauert so lange, wie klimakterische Beschwerden bestehen, keine Gegenanzeigen auftreten, die individuelle Nutzen-Risiko-Bilanz positiv ist. Diese sollte mindestens jährlich überprüft werden.

Synthetisch oder natürlich?

Es gibt wichtige Unterschiede zwischen den verfügbaren Östrogenen und Gestagenen. Je nachdem, ob synthetisch hergestellt oder aus natürlichen Quellen gewonnen, gibt es unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen, sind Nutzen und das Risiko einer HRT verschieden. Gleiches gilt für die Darreichungsformen. Eine raffinierte Vielfalt hat letztlich zu einer reichhaltigen Palette an Präparaten geführt. Wichtig ist eine Auswahl, die am besten zu Ihnen passt.

  • Tabletten/Dragees werden nach regelmäßigem Schema eingenommen (Orale Therapie).
  • Pflaster werden etwa alle drei bis vier Tage erneuert. Ein Gel wird täglich auf Oberarme oder Po aufgebracht (Transdermale Therapie).
  • Ein östrogenhaltiges Nasenspray wird bis zu viermal täglich angewendet (Intranasale Therapie).
  • Mit einer Hormonspritze wird alle vier Wochen ein Hormondepot in die Gefäßmuskulatur injiziert (Parenterale Therapie).
  • Cremes/Salben/Zäpfen oder ein Vaginalring werden bei Haut und Schleimhautproblemen lokal im Vaginalbereich angewendet.

Einnahmerhythmus

Sofern Ihre Gebärmutter vorhanden ist, wird Ihr Arzt stets ein Östrogen mit einem Gestagen kombinieren, um einen Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) zu verhindern. Das erreicht man entweder mit einer kontinuierlichen Kombination beider Hormone oder mit einer zyklischen Anwendung. Welche Behandlungsstrategie jeweils am besten geeignet ist und welche den eigenen hormonellen Verhältnissen am besten entspricht, wird der Arzt gemeinsam mit Ihnen entscheiden.

Zyklisch

Sie nehmen über 21 oder 28 Tage das Östrogen zunächst allein, dann für zehn bis 14 Tage eine Kombination aus Östrogen und Gelbkörperhormon, dadurch kommt es zu regelmäßigen Blutungen. Diese Behandlungsform ist für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden geeignet, die noch (unregelmäßige) Blutungen haben.

Kontinuierlich

Sie nehmen täglich eine Kombination aus Östrogen und Gestagen, eine Blutung findet auf diese Weise nicht mehr statt. Diese Behandlungsform ist besonders geeignet für Frauen, die schon längere Zeit keine Blutungen mehr haben.

Nebenwirkungen

Unverträglichkeiten können auftreten, wenn die Dosierungen zu hoch sind. Die häufigsten Beschwerden bei zu hoher Östrogendosis sind

  • Schmerzhafte Brüste
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Ödeme
  • Schwere Beine
  • Gewichtszunahme

Zu den Nebenwirkungen bei zu hoher Gestagendosis zählen

  • Schmierblutungen
  • Schmerzhafte Brüste
  • Unterleibsbeschwerden
  • Depressivität

Die Begleiterscheinungen lassen sich schnell beheben, wenn Sie auf ein Präparat mit geringerem Östrogen- beziehungsweise Gestagenanteil umgestellt werden.

 

Quellen:

Anwendungsempfehlungen zur Hormonersatztherapie im Klimakterium und in der Postmenopause. Stand: September 2006:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe;
Berufsverband der Frauenärzte;
Deutsche Menopause Gesellschaft;
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und -medizin;
Deutsche Gesellschaft für Senologie

Starke Frauen – leichter Umgang mit den Wechseljahren. ppt-Präsentation, 2003
HRT: Indikationen/Kontraindikationen. ppt-Präsentation, 07/2006

Writing Group for the Women's Health Initiative Investigators: Risks and Benefits of Estrogen Plus Progestin in Healthy Postmenopausal Women. Principal Results From the Women's Health Initiative Randomized Controlled Trial. Jama 2002, 288: 321-333

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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