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Alternativen

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Bild zum Thema Gynäkologie und Geburtshilfe, Wechseljahre, Alternativen(photocase.com © checka)

Alternativen: Was können pflanzliche Präparate?

Die Hormontherapie ist die Möglichkeit Nummer eins, die Probleme der Wechseljahre direkt an der Wurzel zu packen. Was können pflanzliche Präparate?

Die Therapie mit pflanzlichen Heilmitteln, die Phytotherapie, ist eine der ältesten Therapieformen. Phythopharmaka dienen dazu, die Selbstheilungstendenzen des Körpers anzuregen. Viele lassen sich gut zusätzlich zu einer Hormontherapie anwenden. Auch Frauen, die relativ beschwerdefrei sind und auf Östrogene verzichten, können damit ihr Befinden bessern.

Für „Phytos“ gilt jedoch nichts anderes wie für alle anderen Arzneien: Nicht immer sind sie bekömmlich. Die Natur kann ebenso giftig sein wie die Chemie. Angesichts der immer weiter fortschreitenden Umwelt-
verschmutzung sind Vergiftungserscheinungen, ausgelöst durch Schwermetalle, die sich in Pflanzen anreichern, durchaus möglich. Achten Sie beim Kauf pflanzlicher Heilmittel deshalb unbedingt darauf, dass diese aus einem kontrollierten Anbaugebiet stammen. Das gilt besonders für Produkte aus dem asiatischen Raum. Außerdem sollten alle Inhaltsstoffe auf dem Etikett angegeben sein.

Pflanzliche Östrogene

In der Fachwelt ist man sich darin einig, dass pflanzliche Östrogen-
präparate das vegetative Nervensystem gut beeinflussen, nicht aber die tiefgreifenden psychischen Störungen und Veränderungen des Stoffwechsels beheben können. Der Grund: Es werden zu wenig Östrogene zugeführt. Sie können mit pflanzlichen Präparaten unangenehmes Schwitzen oder Unruhe und Schlaflosigkeit mindern, auch können Sie die Leistungsfähigkeit Herzens steigern. Doch insgesamt ist zu wenig über die Nebenwirkungen der Phytotherapeutika bekannt. Beispielsweise fehlen Langzeitdaten zum Brustkrebs.

Am Universitätsklinikum Heidelberg – genauer: an der Ambulanz für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen – haben Bettina Reinhard-Hennch, Thomas Strowitzki und Cornelia von Hagens eine umfangreiche Literaturrecherche aller Veröffentlichungen von 1966 bis 2006 durchgeführt und 2006 unter dem Titel Alternative Therapiemöglichkeiten im Klimakterium publiziert.1

Danach zeigen die Gesamtdaten, dass Präparate, deren Hauptbestandteil der Cimicifuga-racemosa-Extrakt (Wanzenkraut/Traubensilberkerze) ist, klimakterische Beschwerden, insbesondere Hitzewallungen, beeinflussen können. Das gilt eventuell auch für östrogenartige Substanzen im Hopfen und Salbei. Johanniskraut kann leichte depressive Verstimmungen lindern. Hingegen können pflanzliche Östrogene und Cimicifuga bei Brustkrebs-
patientinnen nicht empfohlen werden.

Keine Alternativen mit besserem Nutzen/Risiko-Verhältnis

In den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe heißt es:

"Pflanzliche Präparate zur Behebung von Symptomen der Wechseljahre sind hinsichtlich ihres Nutzens und ihres Risikos derzeit nicht ausreichend zu bewerten. Sie stellen daher keine Alternative zur kausalen Hormon-
ersatztherapie dar.

Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs)

Diese Substanzen sind keine Hormone, haben aber bemerkenswerte Eigenschaften: Abhängig vom Organ beziehungsweise vom Gewebe wirken sie wie Östrogene oder wie das „Gegenteil“, wie Anti-Östrogene. Das bedeutet einerseits: Vor allem auf die Knochen wirken sie positiv, indem sie die Knochendichte verbessern. Andererseits beeinflussen sie weder das Brustdrüsengewebe noch die Gebärmutterschleimhaut negativ. Das macht sie in der Postmenopause zu einer interessanten Alternative zu einer HRT in Bezug auf die Prävention der Osteoporose und des Brustkrebses. Darüber hinaus werden SERMs seit vielen Jahren zur Therapie der Osteoporose eingesetzt.

 

Quellen:

DGGG: Anwendungsempfehlungen zur Hormonersatztherapie im Klimakterium und in der Postmenopause. Stand: September 2006

Klahre, A.S.: Wechseljahre – ein Stück von mir. Germa Press, 1994

 

____________________

1 Gynäkologisch-geburtshilfliche Rundschau 2006;46:197-213

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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