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Wechseljahre

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Bild zum Thema Gynäkologie und Geburtshilfe, Wechseljahre

(panthermedia.net © S.Wittke)

Wechseljahre: Ich war noch niemals …

Wer älter wird, hat noch viel vor. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit verschiebt sich die Lebenskurve und damit die Leistungs- und Lernfähigkeit in ein wesentlich höheres Lebensalter: Etliche von uns werden künftig locker Neunzig und älter. Wir haben nicht länger nur mehr Jahre im Leben, sondern mehr Leben in diesen Jahren, denn das aktive Erwachsenenalter erweitert sich um mindestens 30 Jahre. Frauen um Fünfzig sind biologisch gesehen in den Wechseljahren. Die Bedingungen, diese gut zu überstehen und gesund zu altern, waren nie so vielfältig wie heute.

Älter werden, Neues wagen: Altern ist heute nicht mehr die Zeit des gesellschaftlichen Rückzugs, sondern geprägt von einem aktiven und nach außen gewandten Lebensstil. Altersvorsorge entwickelt sich zu einer neuen Wissenschaft. „Wir müssen in den nächsten 30 Jahren ganz neu lernen zu altern oder jeder Einzelne der Gesellschaft wird finanziell, sozial und seelisch bestraft“, schreibt einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, in Das Methusalem-Komplott1.

So manche Frau erlebt schon die Mitte ihres Lebens als Strafe: Weil sie seelische und körperliche Veränderungen an sich feststellt, die sie an ihrer Kraft zweifeln lassen. Weil sie die Eltern oder den Partner beim Sterben begleitet und das „Leben danach“ so weit weg erscheint. Weil sie fürchtet, dem neuen Bild der heutigen Generation 50plus nicht zu entsprechen; außerdem kann es ziemlich anstrengend sein, das Leben in allen Phasen genießen zu sollen. Oder weil sie zu wenig über den aktuellen Stand der Hormontherapien weiß, um sich mit Hitzewellen und Herzrasen selbstbestimmt mitten in den Glaubenskrieg der Hormongegner und Befürworter zu begeben. Lesen Sie hierzu mehr unter Krebs und Hormone aktuell.

 

 Gut zu wissen
 
  • Frauen um Fünfzig sind biologisch gesehen in den Wechseljahren – und ihre Bedingungen, gesund zu altern, waren nie so gut wie heute.
  • Es liegen noch viele Jahrzehnte vor ihnen, in denen sie innerhalb gewisser Grenzen bewusst ihre Zukunft durch ihr Verhalten und ihre Entscheidungen gestalten können.
  • Die vielfach positiven Alterungsprozesse des „dritten Alters“ schreiben sich nicht einfach fort.

Selbstständig auch im „vierten Alter“

Für andere Frauen ist der mit diesen Jahren verbundene Begriff Wechseljahre nicht mehr als ein entsetzliches Wort und eines der meist strapazierten medizinischen Themen. Ihre Argumente: Die Wechseljahre sind keine Krankheit und niemand sollte sie dazu machen – selbst wenn der Funktionsausfall der Eierstöcke das Gleichgewicht des gesamten Hormonsystems tiefgreifend stört und für mehr oder minder massive Probleme sorgen kann. Diese braucht keine Frau wie einen Schicksalsschlag hinzunehmen, keine Frau muss da durch wie durch ein Gewitter.

„Es liegen noch viele Jahrzehnte vor uns, in denen wir nicht passiv ein vorherbestimmtes Programm des Alterns durchlaufen müssen, sondern – innerhalb gewisser Grenzen – bewusst unsere Zukunft durch unser Verhalten und unsere Entscheidungen gestalten können“, hat die amerikanische Publizistin und Feministin Betty Friedan im Mythos Alter2 geschrieben. „Ganz sicher hilft uns dabei, dass wir bereits auf eine Lebenshälfte zurückblicken können. Die meisten Fehler haben wir hoffentlich hinter uns. Wir denken, handeln und fühlen anders. Wir nehmen von vielem und von vielen Abschied, gleichzeitig formieren wir uns und das Leben neu.“ Gründen „noch mal“ oder „jetzt endlich“ eine Firma, schaffen Arbeitsplätze, engagieren uns sozial oder politisch oderoderoder.

Der Erfolg eines Lebens misst sich nicht nur in Geld

Jegliche Aktivitäten in der Arbeitswelt, im privaten Lebensbereich und in der Freizeit verzögern den biologischen Altersprozess, fördern die Vitalität und das Körperbewusstsein und bilden die Voraussetzung für ein selbstständiges Leben auch im „vierten Alter“. So bezeichnen Wissenschaftler heute den Lebensabschnitt ab 85 Jahren. Denn die vielfach positiven Alterungsprozesse des „dritten Alters“ schreiben sich nicht einfach fort.

„Anders ausgedrückt, ein Heer von 60- und 70-Jährigen, die sich in ihrer grundlegenden Leistungsfähigkeit nur wenig von 50-Jährigen unterscheiden, vermitteln zwar ein neues hoffnungsvolles Bild des Alterns. Ihnen steht aber eine wachsende Gruppe von Hochbetagten gegenüber, die die Widrigkeiten, wenn nicht sogar Grausamkeiten des Alterns erleiden. Wer selbst Angehörige zu versorgen hat, wird wissen, dass ich nicht übertreibe.“ So die Worte von Professor Peter Gruss, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, 2005 anlässlich einer Festversammlung.3 Nein, Herr Gruss übertreibt nicht.

Schauen Sie sich um: Die Welt wimmelt nur so von schönen Frauen jenseits von Fünfzig. Nie hatten sie mehr Ausstrahlung, nie waren sie gelassener und entspannter, nie fühlten sie sich stärker, authentischer, attraktiver – nicht zuletzt gerade wegen schmerzhafter Erfahrungen. Erschütterungen, die sie gelehrt haben, dass sich der Erfolg eines Lebens nicht nur in Geld messen lässt. Und hey, wer hat gesagt, dass Leben einfach sei?

Eigentlich sind die Wechseljahre kein Thema mehr. Das eigentliche Thema ist die Zukunft des Alterns mit einer Grundhaltung zum Leben, die den traditionellen Modellen kraftvoll entgegentritt.

Weitere Informationen

Gynäkologische und/oder endokrinologische Kliniken oder Fachabteilungen und niedergelassene Endokrinologen und Gynäkologen stehen als professionelle Ansprechpartner für die Wechseljahre zur Verfügung. Im Internet:

Berufsverband der Frauenärzte e.V. > bvf.de

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. > dggg.de

Deutsche Gesellschaft für Senologie > senologie.org

Deutsche Menopause Gesellschaft > menopause-gesellschaft.de

Frauenärzte im Netz > frauenaerzte-im-netz.de

Zertifizierte Zentren (Brust, Darm) > krebsgesellschaft.de

 

____________________

1 Schirrmacher, F.: Das Methusalem-Komplott. Blessing, 2004

2 Friedan, B: Mythos Alter, Rowohlt 1995, S. 127 ff.

3 Gruss, P: Die Zukunft des Alterns. Ansprache auf der
   Festversammlung anlässlich der 56. Ordentlichen
   Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung
   der Wissenschaften e.V.

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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