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Therapie heute

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Bild zum Thema Gynäkologie und Geburtshilfe, Stammzellen aus Narbelschnurblut, Therapie heute

Therapie heute: Standards

Bei mehreren Erkrankungen gehört der therapeutische Einsatz von Stammzellen bereits zum medizinischen Alltag.

Was können adulte Stammzellen leisten? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Art der Anwendung ab. Etabliert sind Transplantationen von Stammzellen bisher allein bei bestimmten Krebs- oder Bluterkrankungen. Diese können oft nur noch mit einer hoch dosierten Chemotherapie oder Bestrahlung gestoppt werden. Stammzellen werden gebraucht, um die Nebenwirkungen zu behandeln. Jedes Jahr werden allein in Europa bei fast 30.000 solcher Patienten Stammzelltransplantationen durchgeführt.1

Etabliert sind Stammzelltransplantationen bei

  • Erkrankungen des Lymphsystems (Lymphome), zum Beispiel Morbus Hodgkin;
  • Blutkrebs (Leukämie);
  • feste und zunächst örtlich begrenzte (solide) Tumoren, z.B. des Nervensystems bei Kleinkindern (Neuroblastom);
  • Störungen bei der Blutbildung.

Der Großteil dieser Transplantationen wird mit Stammzellen aus dem Knochenmark durchgeführt. Nabelschnurblut gewinnt international jedoch aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten seit etwa 20 Jahren zunehmend an Bedeutung. Weltweit wurden bislang etwa 7.000 bis 8.000 Transplantationen mit Nabelschnurblut durchgeführt, Tendenz steigend.2

Bei einer ganzen Reihe von Krankheiten wird zudem intensiv an weiteren Einsatzmöglichkeiten geforscht, denn denkbar sind Therapien im Prinzip für alle Erkrankungen, bei denen es zum Absterben von Zellen kommt, zum Beispiel bei Herzinfarkt, Parkinson, Typ 1 Diabetes. Zum Teil werden bereits klinische Studien durchgeführt.

Eigene oder fremde Stammzellen?

Die Frage, ob eigene oder fremde Stammzellen für eine Therapie besser geeignet sind, hängt von der Art der Erkrankung ab. Im Rahmen der Regenerativen Medizin sowie für die Mehrheit der Krebserkrankungen werden körpereigene Stammzellen bevorzugt, damit keine Abstoßungen auftreten. Für einige Erkrankungen, wie bestimmte Arten der Leukämie, bevorzugt man dagegen körperfremde Stammzellen, um die Heilung zu unterstützen und nimmt dabei mögliche Abstoßungsreaktionen in Kauf.

Adulte Stammzellen können direkt in beschädigtes Gewebe injiziert werden, ohne dass es zu unkontrollierten Reaktionen kommt. Auch ist bisher in keiner Studie das Entstehen eines Tumors beobachtet worden, der in direktem Zusammenhang mit der Stammzelltransplantation gebracht werden konnte.3

Privat vorsorgen oder spenden – beides ist also sinnvoll.

 

____________________ 

1 Gratwohl A et al: The EBMT activity survey 2006 on haematopoietic stem
   cell transplantation: focus on the use of cord blood products. Bone
   Marrow Transplantation 2007

2 Human Immunology. 2006; 67(6): 398–404

3 Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.:
   Hoffnungsträger adulte Stammzellen. FP/2008 (27a), 11. Februar 2008

 

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Zuletzt geändert: 20.10.2008

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