
Experteninterview
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Professor Volker Ragosch, Leiter der Frauenklinik der Asklepios Klinik Altona in Hamburg, zum Thema Stammzellen aus Nabelschnurblut.
Prof. Dr. med. Volker Ragosch: Wenn man Stammzellen benötigt, sind die eigenen Stammzellen in der Regel die erste Wahl. Außerdem sind junge Stammzellen besser als alte Stammzellen, weil sie potenter und wandlungsfähiger sind. Durch die Einlagerung von Nabelschnurblut bekommt ein Kind beides – junge und eigene Stammzellen. Diese stehen ihm bis ins hohe Alter zur Verfügung.
Grundsätzlich ja. Die Entnahme wird bundesweit in fast jeder Geburtsklinik in Deutschland angeboten. Für einen anderen Patienten spenden können werdende Eltern hingegen nur in etwa 10 Prozent der deutschen Kliniken. Eine Option ist da die Kombination aus Eigenvorsorge und Spende.
Wenn das Kind geboren ist, wird die Nabelschnur durchtrennt. Aus dem Nabelschnurrest, der noch mit der Nachgeburt verbunden ist, wird anschließend mit einer kleinen Kanüle das Blut entnommen, im Schnitt um die 80 Milliliter. Für Mutter und Kind ist das ganze risiko- und schmerzlos. Wird das Blut nicht abgenommen, wird die Nabelschnur einfach ungenutzt entsorgt – was sehr schade ist.
Leider wissen werdende Eltern noch zu wenig über die Bedeutung von Nabelschnurblut. Immer wieder höre ich von Eltern, die erst nach der Geburt von diesem Thema erfahren haben. Dann ist es aber leider zu spät. Ich halte es deshalb für wichtig, dass alle werdenden Eltern frühzeitig über diese Möglichkeit informiert werden. Gerade wir Frauenärzte müssen hier mithelfen aufzuklären.
Es ist doch ein menschliches Bedürfnis sich abzusichern. Obwohl ich weiß, dass ich ein guter Autofahrer bin, habe ich eine Vollkaskoversicherung. Natürlich hoffen Eltern, dass ihre Kinder gesund bleiben. Dennoch möchten sie ihre Kinder absichern. Durch die Aufbewahrung von Nabelschnurblut hat ein Kind ein Leben lang den Zugriff auf junge, körpereigene Stammzellen. Das ist in meinen Augen kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung.
Ja, egal ob für das eigene Kind oder als Spende für einen anderen Menschen. Nabelschnurblut ist einfach zu wertvoll, um es wegzuwerfen. Denn nur zur Geburt haben wir die Chance, Stammzellen so einfach und risikolos zu gewinnen. Zudem enthält Nabelschnurblut die jüngsten Stammzellen, die man im Leben eines Menschen bekommen kann. Nabelschnurblut ist für Therapien einfach optimal.
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Zuletzt geändert: 26.05.2008
Denkbar sind Stammzelltherapien im Prinzip für alle Erkrankungen, bei denen es zum Absterben von Zellen kommt.
finden Sie bei der größten privaten Nabelschnurblutbank Deutschlands, VITA 34. Das
Unternehmen wurde 1997 von Ärzten in Leipzig gegründet, es beschäftigt
sich mit der Gewinnung, Aufbereitung und Langzeitkonser-
vierung von Stammzellen aus Nabelschnurblut.